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Nikes Lieferant

OAWS Redaktion1. April 20262 Min

Ma Jianrong hat seine Karriere mit 13 in einer Textilfabrik angefangen, weil seine Mutter ihn fürs Schulschwänzen bestrafen wollte. Heute besitzt seine Familie fast 50% von Shenzhou International, und sein persönliches Vermögen liegt bei 9 Mrd. $. Seit dem Börsengang 2005 hat sich der Börsenwert auf 10 Mrd. $ mehr als verzwanzigfacht.

Wie macht man so ein Vermögen in der Klamotten-Produktion? Normalerweise drücken die großen Marken ihre Zulieferer bei den Margen. Aber Shenzhou hat in den letzten zehn Jahren keinen einzigen Schlüsselkunden verloren. Im Gegenteil:

Konzentration auf Gewinner: Nike, Adidas, Puma und Uniqlo machen zusammen fast 80% des Umsatzes aus (4,5 Mrd. $). Als Adidas und Nike ihre Lieferketten verschlankt haben, hat Shenzhou Marktanteile gewonnen.

Cleveres Netzwerk: 40% der Kapazität in China, 30% in Vietnam, der Rest in Kambodscha. Damit kann Shenzhou flexibel auf Zölle, Lohnkosten und geopolitische Spannungen reagieren. In die USA gehen sowieso nur knapp 15% vom Umsatz.

Rückenwind: Nike und Adidas haben ihre Destocking-Phase hinter sich. Wenn beide wieder stärker bestellen, landet ein großer Teil davon bei Shenzhou. 2025 ist der Umsatz mit den vier Kernkunden um knapp 20% gestiegen.

ABER: Nike und Uniqlo machen zusammen 50% vom Umsatz und Uniqlo wächst stärker. Mit Uniqlo-Aufträgen verdient Shenzhou weniger als mit Nike-Aufträgen. Dazu bleibt der Nike-Turnaround unsicher. Deshalb handelt die Aktie aktuell nur mit einem KGV von 11, weit unter dem Zehn-Jahres-Schnitt von 22. Als Trost gibt's 5% Dividendenrendite und knapp 2 Mrd. $ Nettocash in der Bilanz.