
Nikes Lieferant
Ma Jianrong hat seine Karriere mit 13 in einer Textilfabrik angefangen, weil seine Mutter ihn fürs Schulschwänzen bestrafen wollte. Heute besitzt seine Familie fast 50% von Shenzhou International, und sein persönliches Vermögen liegt bei 9 Mrd. $. Seit dem Börsengang 2005 hat sich der Börsenwert auf 10 Mrd. $ mehr als verzwanzigfacht.
Wie macht man so ein Vermögen in der Klamotten-Produktion? Normalerweise drücken die großen Marken ihre Zulieferer bei den Margen. Aber Shenzhou hat in den letzten zehn Jahren keinen einzigen Schlüsselkunden verloren. Im Gegenteil:
•Konzentration auf Gewinner: Nike, Adidas, Puma und Uniqlo machen zusammen fast 80% des Umsatzes aus (4,5 Mrd. $). Als Adidas und Nike ihre Lieferketten verschlankt haben, hat Shenzhou Marktanteile gewonnen.
•Cleveres Netzwerk: 40% der Kapazität in China, 30% in Vietnam, der Rest in Kambodscha. Damit kann Shenzhou flexibel auf Zölle, Lohnkosten und geopolitische Spannungen reagieren. In die USA gehen sowieso nur knapp 15% vom Umsatz.
•Rückenwind: Nike und Adidas haben ihre Destocking-Phase hinter sich. Wenn beide wieder stärker bestellen, landet ein großer Teil davon bei Shenzhou. 2025 ist der Umsatz mit den vier Kernkunden um knapp 20% gestiegen.
ABER: Nike und Uniqlo machen zusammen 50% vom Umsatz und Uniqlo wächst stärker. Mit Uniqlo-Aufträgen verdient Shenzhou weniger als mit Nike-Aufträgen. Dazu bleibt der Nike-Turnaround unsicher. Deshalb handelt die Aktie aktuell nur mit einem KGV von 11, weit unter dem Zehn-Jahres-Schnitt von 22. Als Trost gibt's 5% Dividendenrendite und knapp 2 Mrd. $ Nettocash in der Bilanz.