
Neuseeland glaubt an Europa
Neuseelands Staatsfonds hat über 20 Jahre eine durchschnittliche Rendite von 10% pro Jahr gemacht. Das ist eine krasse Performance, vor allem für einen 50 Mrd. $ schweren Fonds, der sich an strenge ESG-Regeln und andere strenge Regulierungen halten muss.
Es ist eine Mischung aus strukturellen Vorteilen und einer klaren Strategie:
•Der Fonds agiert mit völliger Unabhängigkeit von der Regierung und externen Klienten. Das erlaubt echtes, langfristiges Denken ohne Druck von außen.
•Als Staatsfonds hat man Steuervorteile und kommt an Deals, die andere nicht kriegen. Fast 10% des Vermögens stecken in Infrastruktur, Agrar- und Holzwirtschaft. (siehe Grafik)
•Der Investment-Ansatz hat sich von passiv zu über 50% aktiv gedreht. Der neuste Move: Europa wird mit 2% übergewichtet, weil europäische Aktien mit einem 16er-KGV bewertet sind – in den USA sind's fast 30, die sind deshalb auch untergewichtet.
Gegründet wurde der Fonds 2003, um den demografischen Problemen des Landes entgegenzuwirken. Ab 2028 will man anfangen, Geld zu entnehmen, denn bis 2030 wird jeder fünfte Neuseeländer über 65 Jahre alt sein. Um die eigene Wirtschaft zu pushen, hat man sogar einen kleinen VC-Fonds (<1 Mrd. $) für lokale Start-ups aufgelegt.
Selbst erklärtes Ziel ist es, über jeden 20-Jahres-Zeitraum 7,8% Rendite pro Jahr zu liefern – und das, während sich das Volumen in den nächsten 10 Jahren verdoppeln soll. Ob die Europa-Wette und die Nischen-Deals dafür ausreichen, wird sich zeigen.
Der Fonds veröffentlicht übrigens alle 6 Monate sein Portfolio, hier kann man die aktuellen Positionen sehen.