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Nestlés Neustart

OAWS Redaktion24. April 20262 Min

In sechs der letzten sieben Jahre ist der China-Umsatz von Nestlé gefallen. Und jetzt kommt raus: Laut Financial Times hat Nestlé chinesischen Händlern systematisch mehr Ware reingedrückt als die verkaufen konnten. Angeblich, um Absatzziele zu erreichen. Nestlé-interne Quellen nennen das laut FT „einen einfachen Weg, seinen Bonus zu kriegen."

Aber China ist nicht das einzige Problem. In zwei Jahren hat Nestlé zwei CEOs verloren, dazu gab's einen weltweiten Rückruf von Säuglingsnahrung.

Seit Herbst 2025 räumt der neue CEO Philipp Navratil auf. Sein Plan:

Randmarken raus: Blue Bottle Coffee geht an den Investor Centurium Capital (der auch Luckin Coffee aus der Krise geholt hat). Physische Läden im High-End-Segment, kaum Synergien mit dem Restgeschäft. Auch fürs Wassergeschäft werden Käufer gesucht, und Ankerkraut ging zurück an die Gründer.

Fokus aufs Kerngeschäft: Kaffee, Tierfutter, Snacks. Der Kaffee-Umsatz ist im letzten Quartal organisch um fast 10% gestiegen, angetrieben von Nescafé. Der CEO nennt es den „Star im Portfolio."

Sparprogramm: 16.000 Stellen weltweit werden gestrichen, davon rund 260 in Deutschland.

Marketing-Offensive: Partnerschaft mit Dua Lipa bei Nespresso, dazu die virale KitKat-Kampagne nach einem Truck-Diebstahl. Genau solche Aktionen will der CEO häufiger sehen.

Gestern gab's Quartals-Zahlen:

Und insgesamt hat Nestlé 3,5% organisches Wachstum geliefert. Der Großteil kam durch Preiserhöhungen, aber 1,2% durch echtes Mengenwachstum. Genau auf den Wert schauen alle Investoren.

Die Aktie hat auf die Zahlen positiv reagiert, liegt auf Jahressicht aber noch rund 5% im Minus. Der Börsenwert von 210 Mrd. € steht für ein KGV von 17, günstiger als der Schnitt der letzten Jahre. Dazu gibt's 4% Dividendenrendite und erste Zeichen, dass der Turnaround klappen könnte. Aber eben auch weiter viele Baustellen.