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Nestlés Comeback-Quartal

OAWS Redaktion23. Oktober 20262 Min

Beim weltgrößten Lebensmittelkonzern schauen alle auf eine Zahl: Real Internal Growth. Die zeigt, wie viel mehr Ware verkauft wird, wenn man Preiserhöhungen und Währungseffekte rausrechnet. Der Wert ist auf knapp 3% gestiegen, der beste seit 2021. Vor einem Jahr war's grade mal die Hälfte. Kunden kaufen also wieder mehr Nestlé-Produkte.

•Die Strategie: Nestlé pumpt knapp ein Zehntel der über 100 Mrd. $ Umsatz in Werbung und investiert in bessere Produkte. Beim Kakaogetränk Milo wurde der Geschmack überarbeitet, weil in Blindtests zu wenige Leute das eigene Produkt bevorzugt haben. Vor zwei Jahren noch ein Sorgenkind, jetzt wächst Milo wieder zweistellig.

•Das Sparprogramm: 16.000 Stellen fallen weg, vor allem in der Verwaltung. Bis 2027 sollen fast 4 Mrd. $ frei werden.

•Schwellenländer on fire: Die machen ca. 40% vom Umsatz aus und sind gut dreimal so schnell gewachsen wie Industrieländer. Indien sogar +20%, vor allem dank Maggi-Nudeln und KitKat.

•Abnehmspritzen-These wackelt: In den USA laufen Tiefkühlpizzen und Hot Pockets wieder besser. Genau die Produkte, von denen man dachte, sie würden wegen Ozempic und Co. nicht mehr gekauft. Für Nutzer der Spritzen hat Nestlé sogar eine eigene Linie mit eiweißreichen Fertiggerichten, die laut CEO schneller wächst als der Markt.

•Russland-Exit: Putin hat die russischen Töchter unter Zwangsverwaltung gestellt (6 Werke, 7.000 Mitarbeiter). Nestlé hat das Geschäft, das ca. 3% vom operativen Gewinn ausmacht, aus der Konzernrechnung genommen. Bei Danone und Carlsberg endete das gleiche Spiel mit Verkäufen an russische Investoren unter Wert.

Nestlé wird nach einem leichten Kursanstieg gestern mit 260 Mrd. $ und einem erwarteten KGV von 18 gehandelt. Der Schnitt der letzten 10 Jahre liegt bei 21. Aber der Turnaround steht auch noch eher am Anfang.