← ZurückMobilfunk-Invasion

Mobilfunk-Invasion

OAWS Redaktion15. April 20262 Min

Lidl kauft sich über eine Beteiligung am Startup 1Global ins Mobilfunkgeschäft ein. 1Global baut eine Plattform, über die Unternehmen Datenpakete und eSIMs verkaufen können, ohne ein eigenes Netz zu haben. Revolut hat darüber in wenigen Monaten eine Million eSIMs verkauft. Lidl hat mit der Lidl-Plus-App rund 100 Mio. Nutzer und will das Gleiche. Bisher ist Lidl reiner Reseller von Vodafone-Tarifen und darf bei Preis und Konditionen nicht mitsprechen. Das soll sich jetzt ändern.

Und Lidl ist nicht allein. Amazon hat gestern den Satellitenbetreiber Globalstar für 12 Mrd. $ gekauft. Amazon baut damit ein Netz von Satelliten, die direkt mit normalen Handys kommunizieren. Erstmal für Notfälle und Gegenden ohne Netz gedacht, aber potenziell der erste Schritt in ein eigenes Mobilfunk-Business.

Der Verlierer, wenn jeder Anbieter werden kann: T-Mobile US.

Starkes Kerngeschäft, schwache Aktie: 2025 war mit fast 8 Mio. neuen Vertragskunden ein Rekordjahr. Trotzdem hat die Aktie auf Jahressicht rund 30% verloren, deutlich mehr als AT&T oder Verizon.

Gebremster Ausblick: Für 2026 plant T-Mobile nur 2,5 Mio. neue Phone-Kunden. Dazu kommen ein neuer CEO seit November und mehrere Entlassungsrunden.

Glasfaser-Rückstand: T-Mobile will bis 2030 drei bis vier Mio. Glasfaser-Kunden haben. AT&T hat heute schon 10 Mio. und will bis 2030 insgesamt 60 Mio. Haushalten Glasfaser anbieten. Immerhin: T-Mobile hat über 5G-Heiminternet schon 8 Mio. Kunden gewonnen.

Bewertung: T-Mobile kommt bei 210 Mrd. $ Börsenwert auf ein KGV von 17. AT&T (180 Mrd. $) liegt bei einem KGV von 11 und bietet 4% Dividendenrendite statt 2%. Fairerweise hat T-Mobile langfristig deutlich besser performt und ist mit einem 17er-KGV günstiger als der 19er-Schnitt der letzten drei Jahre.