
Minebeas Roboter-Lager
Unitree ist am Mittwoch an die Börse gegangen und der Kurs hat sich am ersten Tag vervierfacht. Börsenwert: 50 Mrd. $. Laut dem Startup-Investor A16z sind Investments im Robotics-Bereich auf einem Allzeithoch. Das Problem: Fast alle börsennotierten Robotik-Aktien sind extrem teuer bewertet. Unitree kommt auf das 180-Fache vom Umsatz.
Deshalb lohnt sich ein Blick auf die japanische Minebea Mitsumi. Die stellen keine Roboter her, aber seit 1951 Miniaturkugellager mit nur wenigen Millimetern Durchmesser. Weltweiter Marktanteil: über 60%. Dazu kommen Sensoren und kleine Motoren. Genau das, was humanoide Roboter in ihren Händen und Fingern brauchen.
•Das Kerngeschäft: Minebea macht 10 Mrd. $ Umsatz, hauptsächlich mit Teilen für Techunternehmen, Autohersteller und Rechenzentren. Da stecken die Lager in Serverlüftern und Festplatten. Auch ohne Robotik ist die Firma in den letzten 10 Jahren im Schnitt 11% pro Jahr gewachsen.
•Die Bewertung: Der Börsenwert liegt bei 10 Mrd. $, das KGV bei 15. Ziemlich genau auf dem Schnitt der letzten Dekade.
•Das Potenzial: Eine Roboterhand braucht rund 60 Kugellager. Die allein reichen aber nicht für attraktive Umsätze. Das Geld wird mit Motoren und Sensoren gemacht. Realistisch könnte Minebea auf rund 1.000 $ pro Roboter kommen. Bei geschätzt 2,5 Mio. Robotern pro Jahr (2035) wären das 2,5 Mrd. $ Marktgröße.
•Der Realitätscheck: Selbst wenn Minebea seinen Marktanteil nutzen kann und die Hälfte des Markts abbekommt, wären das nur ca. 1,25 Mrd. $ zusätzlicher Umsatz. Oder 12% mehr als heute, in neun Jahren.
Eine langfristige Wette auf Robotik, aber eine greifbare. Zu einer Bewertung, die auch ohne Roboter nicht absurd wäre.