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Millionärs-Fabrik

OAWS Redaktion7. April 20262 Min

Macquarie Group ist das Goldman Sachs Australiens. Seit dem Börsengang 1996 hat die Aktie über 10.000% Rendite gemacht, das sind über 17% pro Jahr. Den Spitznamen "Millionärs-Fabrik" hat die Bank aber vor allem wegen der üppigen Boni für ihre Banker.

Das Geschäftsmodell erinnert auch eher an Goldman als an die Sparkasse:

Rohstoff- & Energiehandel: Macht 40% vom operativen Gewinn aus (insgesamt rund 3 Mrd. $ im letzten Geschäftsjahr).

Asset Management (25%): Macquarie investiert weltweit in Infrastruktur wie Flughäfen, Mautstraßen und Stromnetze. Auch in Deutschland waren sie aktiv, zum Beispiel beim Warnowtunnel in Rostock oder beim größten deutschen Gas-Fernleitungsnetz Open Grid Europe.

Investmentbanking (15%): Klassisches Dealmaking.

Retail-Banking (20%): Eigentlich nicht die DNA der Bank, soll aber jetzt das große Wachstum bringen.

Der australische Bankenmarkt wird seit Jahrzehnten von vier Filialbanken dominiert. Macquarie macht alles digital und bietet einfach 4,75% Zinsen ohne versteckte Bedingungen. Die Konkurrenz knüpft Zinsen oft an Bonusregeln, die laut Verbraucherschützern 70% der Kunden verpassen.

Funktioniert: Der Marktanteil bei Hypotheken ist von 0 auf 7% gestiegen, die Einlagen haben sich in vier Jahren mehr als verdoppelt.

Das Wachstum hat seinen Preis. Mit 50 Mrd. $ Börsenwert kommt Macquarie auf ein KGV von 18. Goldman Sachs oder JPMorgan gibt's für unter 15, die Deutsche Bank für unter 10. Die 18er-Bewertung sieht man sonst eher bei Wachstumsstorys wie der Nubank. Trotzdem eine spannende Bank, die man auf dem Schirm haben kann.