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Milliarden mit Karten

OAWS Redaktion18. August 20262 Min

Die niederländische Fugro kartiert den Meeresgrund per Sonar, bevor irgendwo ein Windpark, ein Kabel oder eine Ölplattform gebaut wird. Bezahlt wird pro Projekt, meist nach Schiffstagen. Weil Fugro immer als Erstes an einem Projekt arbeitet, ist das Business ein spannender Frühindikator für die Windkraftbranche.

Bis 2024 lief's gut: fast 2,5 Mrd. € Umsatz, EBIT-Marge bei knapp 14%. Dann kam 2025 der Rückschlag: Umsatz minus 15%, Verlust, Dividende gekürzt, über tausend Stellen gestrichen. Windprojekte sind reihenweise gestoppt worden.

Freitag kamen die Halbjahreszahlen. Operativ sah's auf den ersten Blick besser aus: Umsatz plus 5%, solider Gewinn. Aber die heftige Reaktion (fast -15%) hatte einen anderen Grund:

Schrumpfendes Auftragsbuch: Minus 14% insgesamt, bei erneuerbaren Energien sogar fast minus 50%. Der Frühindikator schlägt also wieder Alarm. Fugro selbst verschiebt die Erholung auf 2027.

Geopolitik im Ergebnis: 15 Mio. € operative Belastung durch den Nahostkonflikt. Nicht wegen zerstörter Anlagen, sondern weil in den Emiraten und Katar Navigationssignale gestört und gefälscht werden. Wenn ein Vermessungsschiff nicht weiß, wo es steht, kann es nicht arbeiten.

Diversifizierung: Die Hälfte vom Umsatz kommt inzwischen wieder aus Öl und Gas. Dazu nennt Fugro zwei Hotspots: Kernkraft (rund 80 Reaktoren weltweit im Bau, so viele wie seit 30 Jahren nicht) und Rechenzentren.

Analysten erwarten ab 2027 wieder mindestens 5% Wachstum pro Jahr und steigende EBIT-Margen. Mit 950 Mio. € Börsenwert steht die Aktie beim 11-fachen des erwarteten Gewinns. Nicht super teuer, aber die Wind-Wette braucht Geduld.