
Mieten statt Kaufen
Aus einem Uni-Projekt wird ein 7 Mrd. $ Konzern. Urban Outfitters haben 1970 drei Leute gegründet, weil einer ein Projekt für einen Kurs an der University of Pennsylvania gebraucht hat. Heute betreibt der Modehändler über 800 Stores in Nordamerika und Europa mit drei Marken: Urban Outfitters, Anthropologie und Free People. 2025 ist der Umsatz um 11% auf über 6 Mrd. $ gestiegen, bei einer operativen Marge von rund 10%.
Alle drei Brands setzen stark auf Eigenmarken. Bei Anthropologie machen die eigenen Labels schon über 70% vom Umsatz aus. Das ist aus zwei Gründen wichtig: An eigener Ware verdient der Konzern mehr. Und die eigenen Klamotten füttern noch ein anderes Segment: Nuuly.
•Das Nuuly-Konzept: Ein Miet-Abo für Klamotten. Für 98 $ im Monat kann man sich 6 Teile aussuchen und nach Hause liefern lassen. Lieblingsteile kann man mit Rabatt kaufen. Unterm Strich bringt jedes Abo im Schnitt rund 123 $ im Monat.
•Das Wachstum: Im letzten Geschäftsjahr ist der Nuuly-Umsatz um ca. 50% auf rund 570 Mio. $ gestiegen. Das sind schon gut 9% vom Gesamtumsatz. Zum Vergleich: Konkurrent Rent the Runway ist im gleichen Zeitraum nur rund 8% gewachsen und kommt auf gerade mal 150.000 Abos. Nuuly hat fast eine halbe Million.
•Die Skalierung: Ende 2028 soll ein neues Logistikzentrum bei Philadelphia aufmachen. Zusammen mit dem Standort in Kansas City schafft Nuuly dann rund 1,2 Mio. Abos. Das Management will auf 1 Mrd. $ Umsatz und langfristig auf mindestens 10% Marge kommen. Im Kern ist Nuuly eine riesige Wäscherei mit Versand. Je mehr Abos durch die Hallen laufen, desto mehr bleibt übrig.
An der Börse ist von der Nuuly-Fantasie aber noch wenig zu sehen. Das erwartete KGV liegt bei etwa 12, ungefähr da, wo es im Schnitt der letzten 5 Jahre auch lag. Die Börse bezahlt den Konzern also weiter wie einen ganz normalen Modehändler.