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Mercedes & Porsche

OAWS Redaktion28. Oktober 20262 Min

Mercedes hat schon wieder die Gewinnprognose gesenkt, und es lag schon wieder an China. Die Aktie hat 4% verloren. Aber wie kann ein Problem, das jeder kennt, trotzdem alle paar Wochen negativ überraschen?

Die Antwort hat uns Philipp Raasch im Podcast gegeben, der mit Autopreneur einen der größten Newsletter zur Autobranche schreibt: Der steigende Ölpreis (durch den Iran-Krieg) hat den Switch vom Verbrenner zum E-Auto in China nochmal beschleunigt. Der adressierbare Markt für deutsche Verbrenner schmilzt damit schneller weg als erwartet. Denn alle deutschen Hersteller kombiniert kommen in China im E-Auto-Markt auf unter 2% Marktanteil. Und die Konkurrenz kommt nicht mehr nur im Einstiegssegment, sondern von Marken wie Huawei, Li Auto oder NIO auch im Premium- und Luxussegment.

Und Porsche (+4%)? Sieht auf den ersten Blick besser aus, ist aber ein sogenannter Basiseffekt. 2025 war das Katastrophenjahr mit der teuren Strategieänderung. Jetzt hat Porsche zwar 16% weniger Autos verkauft, aber nur 6% weniger Umsatz gemacht. Heißt: teurere Modelle, höhere Preise. Die operative Marge liegt wieder bei 6,9%, weit weg vom Rekord, aber besser als letztes Jahr.

•Die neue Strategie: Porsche will weniger Autos verkaufen, dafür deutlich teurer werden. Weg von der deutschen Premium-Liga (Mercedes, BMW), hoch Richtung Ferrari. Heute kostet ein Porsche im Schnitt 130.000 €. Geht Porsche weiter in diese Richtung, landet der Durchschnittspreis laut Raaschs eigener Rechnung eher bei 170.000 €.

•China wird abgeschrieben: Höchstens noch ein kleiner Nischenmarkt. Europa und USA werden die tragenden Säulen.

•Das Problem: Porsche setzt sogar stärker auf Verbrenner. Aber der globale Verbrennermarkt schrumpft jedes Jahr. Der adressierbare Markt wird also kleiner.

Ob die Strategie aufgeht, hängt vor allem an einer Wette: Zahlen Kunden in Europa und den USA mehr für ihren Porsche?