Mercedes im Übergangsjahr

Mercedes im Übergangsjahr

OAWS Redaktion29. Oktober 2025

70% Gewinneinbruch bei Mercedes im dritten Quartal, aber die Aktie hat gestern trotzdem über 5% zugelegt.

Der Autobauer hat zwar ordentlich Probleme (Zölle, Konkurrenz, E-Autos), der Grund für den besonders starken Gewinneinbruch sind aber Sondereffekte. Der Konzern hat ein Restrukturierungsprogramm gestartet, das bis 2027 5 Mrd. € einsparen soll.

Ein Großteil der Kosten sind Abfindungen. 40.000 Stellen sollen in Deutschland gestrichen werden. Manche haben dafür sechsstellige Beträge bekommen.

400 Mio. € sind an US-Behörden gegangen, um einen Abgas-Rechtsstreit final zu klären.

Ohne diese Einmal-Kosten wäre der operative Gewinn mehr als doppelt so hoch gewesen. CEO Ole Källenius hat die Ergebnisse deshalb als "wie erwartet" eingeordnet. Man befindet sich in den "Jahren des Übergangs".

Vor allem in China muss der Konzern wieder auf die Beine kommen. Die Strategie ist klar: Fokus auf Top-End-Luxury. Statt in den Preiskampf mit chinesischen Herstellern zu gehen, will man lieber Marktanteile verlieren und die Marken-Begehrtheit wieder aufbauen.

Im Top-End Segment (Maybach, S- und G-Klasse, AMG) wurden im Q3 gesamt fast 70.000 Autos verkauft – ein Plus von rund 10%.

Insgesamt ist der Absatz aber um über 12% gefallen. In China ist sind die Verkäufe sogar fast um 30% eingebrochen. Das war die schlechteste Performance seit 2016.

Lichtblick: Das E-Auto-Segment wächst um 10%, E-Vans sogar um 100%.

Die Aktie ist mit einem erwarteten KGV von 9 bereits deutlich über dem Fünf-Jahres-Schnitt von 6,5 bewertet – Konkurrenten wie BMW und VW sind günstiger. Trotzdem hat das Management einen Aktienrückkauf von rund 4% des 45 Mrd. € Börsenwerts in den nächsten zwölf Monaten angekündigt. Obendrauf gibt’s noch 7,5% Dividendenrendite.