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Meme-King wird Kartenhändler

OAWS Redaktion8. Oktober 20262 Min

Vor 3 Wochen hat Pokémon zum 30. Geburtstag ein neues Sammelkarten-Set rausgebracht. GameStop hat die Box, die eigentlich 50 $ kosten soll, für das Doppelte verkauft.

Seit das Frankreichgeschäft verkauft ist und der Switch-2-Hype vorbei, machen Videospiele und Konsolen nur noch knapp die Hälfte vom Umsatz aus. Die andere Hälfte kommt aus Collectibles: Pokémon-Karten, Magic: The Gathering, Figuren, Plüschtiere. Im letzten Quartal ist der Bereich um 60% gewachsen.

•Bessere Margen: Von jedem Dollar Umsatz bleiben nach Einkaufspreis jetzt über 40 Cent übrig, vor einem Jahr waren's noch knapp 30. Collectibles sind deutlich profitabler als Konsolen.

•Cleveres Modell: GameStop kauft auch Karten von Kunden, die dafür Ladenguthaben bekommen. Quasi ein zinsloser Kredit, ein Teil davon wird nie eingelöst.

•PSA-Partnerschaft: In den rund 1.600 US-Filialen kann man Karten vom Marktführer PSA bewerten lassen. Der Chef vom PSA-Mutterkonzern sitzt bei GameStop im Verwaltungsrat.

•Insider kaufen: CEO Ryan Cohen (Chewy-Gründer) und andere Insider haben allein seit September Aktien für fast 80 Mio. $ nachgekauft.

Wie teuer ist die Aktie wirklich? Bei 12,5 Mrd. $ Börsenwert, ca. 2 Mrd. $ Nettocash, 350 Mio. $ in Bitcoin und knapp 5 Mrd. $ in Ebay-Anteilen bekommt man das operative Geschäft für rund 5 Mrd. $. Bei geschätzt 400 Mio. $ Nachsteuergewinn ergibt das ein KGV von 12.

ABER: Nach dem letzten Hype zum 25. Pokémon-Geburtstag sind die Kartenpreise um 30 bis 40% gefallen. Dazu entscheidet die Pokémon Company, wie viel Ware GameStop bekommt, und dürfte von Boxen zum doppelten Preis wenig begeistert sein. Und selbst wenn das Geschäft weiter boomt, bleibt die Frage, was Cohen mit dem Geld macht. Der gescheiterte Ebay-Übernahmeversuch hat viele Investoren irritiert, und die Bitcoin-Position (500 Mio. $ investiert, jetzt 350 Mio. $ wert) war auch kein Meisterstück.