
Medtronics wiederbelebt?
Der Medizintechnik-Riese Medtronic hat das stärkste Wachstum seit zehn Jahren gemeldet. Im Gesamtjahr ist der Umsatz um gut 8% auf 36 Mrd. $ gestiegen.
Der größte Treiber ist die Herz-Kreislauf-Sparte (fast 40% vom Umsatz). Besonders der Bereich Herz-Ablation sticht heraus, bei dem krankhaftes Herzgewebe verödet wird, um Rhythmusstörungen zu behandeln. Medtronic nutzt eine neuere Methode mit Stromimpulsen statt Hitze. Das Ergebnis: fast 80% Wachstum und Marktanteilsgewinne, auch vom Konkurrenten Boston Scientific.
Was man noch auf dem Schirm haben sollte:
•OP-Roboter Hugo: Medtronic greift damit das Quasi-Monopol von Intuitive Surgical an. Hugo ist deutlich günstiger als der da-Vinci-Platzhirsch und wächst zwei- bis dreimal so schnell wie der Markt. Steht das Gerät erst mal im Krankenhaus, kauft die Klinik dauerhaft Verbrauchsmaterialien dazu. Fairerweise ist Hugo im Konzern noch klein (ein paar Hundert Mio. $ bei 36 Mrd. $ Gesamtumsatz).
•Gewinn stagniert: US-Zölle, hohe Investitionen und Kosten für die Diabetes-Abspaltung drücken auf die Marge. Die Diabetes-Sparte hat Medtronic gerade abgetrennt, damit fällt auch der Spitzenplatz als größter Medizintechniker wohl an Johnson & Johnson.
•Dividenden-Serie: 49 Jahre in Folge erhöht. Zuletzt ging's nur um einen Cent pro Quartal nach oben, aber 3,5% Dividendenrendite gibt's trotzdem.
Auf Sicht von fünf Jahren hat die Aktie 35% verloren. Der Börsenwert von 105 Mrd. $ entspricht einem erwarteten KGV von 14. Das ist günstiger als der Schnitt der letzten fünf Jahre und auch günstiger als Konkurrent Stryker. Der ist in den letzten Jahren aber eben auch zweistellig gewachsen, und Medtronic hat rund 20 Mrd. $ Nettoschulden.