
Mattel goes Kino
Wer hat nicht mit Barbies oder Hot Wheels gespielt? Und trotzdem ist Mattel seit Jahren eine Dauerbaustelle an der Börse. Und das, obwohl der „Barbie“-Kinofilm weltweit 1,4 Mrd. $ eingespielt hat und damit der erfolgreichste Film 2023 gewesen ist. Der Aktienkurs konnte davon kaum profitieren.
Was ist los bei dem Spielzeuggiganten? Auf den ersten Blick läuft’s operativ nur so semi-gut:
•Im zweiten Quartal ist der Gesamtumsatz um 6% auf 1 Mrd. $ gefallen.
•Die Barbie-Sparte ist um 19% eingebrochen, Fisher-Price-Produkte sogar um 25%.
•Nordamerika, der größte Markt, hat ein Minus von 15% eingefahren, während Europa und Asien zweistellig gewachsen sind.
Aber es gibt auch Lichtblicke: Die Hot-Wheels-Autos haben ein zweistelliges Plus hingelegt. Auch Action-Figuren und Kartenspiele wie UNO konnten 16% zulegen. Die großen Hoffnungen ruhen aber nicht mehr allein auf den Plastikfiguren, sondern auf der großen Hollywood-Bühne.
Mattel will nicht nur Spielzeug verkaufen, sondern seine Marken überall sichtbar haben. Heißt: Ab 2026 soll es jedes Jahr bis zu zwei Kinofilme aus den eigenen Studios geben, plus Kooperationen mit OpenAI, um KI in die Produktentwicklung zu bringen.
Trotz der aktuellen operativen Schwierigkeiten empfehlen 13 von 16 Analysten die Aktie zum Kauf. Die Bewertung liegt bei rund 6 Mrd. $ und die Erwartungshaltung ist hoch, dass die Hollywood-Strategie Mattel aus dem Dornröschenschlaf holt. Das muss sich aber erst noch zeigen.