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Mast-Macher

OAWS Redaktion1. Juni 20262 Min

Cellnex Telecom ist Europas größter unabhängiger Betreiber von Mobilfunkmasten und rund 20 Mrd. € wert. Über 130.000 Standorte in zehn Ländern, vermietet an Mobilfunkanbieter wie Telefonica, Vodafone oder Bouygues. Die Verträge laufen im Schnitt noch 15 Jahre, haben Inflationsschutz, und unter 1% der Kunden wechseln pro Jahr.

Star-Investor Chris Hohn hält knapp 10% und drängt auf mehr Kapitalrückflüsse. Bis Jahresende soll knapp 1 Mrd. $ in Dividenden und Rückkäufe fließen, die Dividende soll bis 2030 mit 7,5% pro Jahr wachsen.

Die Vorgeschichte: Cellnex hat über Jahre massiv in neue Masten investiert. Umsatz ist gestiegen, aber es blieb kaum Cash übrig. Stattdessen hat sich ein Schuldenberg von 20 Mrd. $ aufgetürmt. Der Großteil dieser Investitionen soll bis 2028 durch sein.

Die Cashcow danach: Ein zweiter oder dritter Mieter pro Mast verursacht kaum Extrakosten. Boden, Stahl und Genehmigung sind bezahlt. Eine zusätzliche Antenne draufschrauben kostet fast nichts, die zusätzlichen Einnahmen fließen fast komplett in den Gewinn.

5G als Hebel: Aktuell teilen sich gut 1,5 Mieter einen Cellnex-Mast (ca. 30.000 $ Umsatz pro Tower). Beim US-Pendant American Tower sind es über 2,5. In Europa ist erst 40% des Netzes auf 5G umgestellt (USA: 90%). Wenn der Ausbau Fahrt aufnimmt, brauchen Mobilfunkanbieter mehr Antennen auf den gleichen Türmen.

Bewertungslücke: Cellnex verkauft gerade seine Schweizer Tochter für geschätzte 2 Mrd. € und hat 2024 den Irland-Bestand für knapp 1 Mrd. € an Private-Equity-Investoren abgegeben. Dort lag die Bewertung beim 24-fachen vom operativen Gewinn (vor Abschreibungen, nach Leasing). An der Börse wird Cellnex inklusive Schulden nur mit dem 15-fachen bewertet. Private-Equity-Investoren zahlen also deutlich mehr für einzelne Masten, als der Gesamtkonzern aktuell kostet.