← ZurückMaschinen aus Graz

Maschinen aus Graz

OAWS Redaktion8. September 20262 Min

Ob Buch, Taschentuch oder Wasserkraftwerk: Andritz aus Graz steckt dahinter. Der Maschinenbauer macht 8 Mrd. € Umsatz in vier Bereichen: Zellstoff & Papier, Metallverarbeitung, Wasserkraft und Umwelt/Energie.

Entscheidend bei so einem Maschinenbauer ist der Auftragsbestand. Der liegt bei Rekord: rund 12,5 Mrd. €, also anderthalb Jahresumsätze.

Allerdings kommt fast die Hälfte davon aus der Wasserkraft, wo Projekte bis zu fünf Jahre Bauzeit haben. Den Rekord-Auftragsbestand sieht man also nicht sofort im Umsatz. 2025 ist der sogar um 5% gesunken, unter anderem wegen schwächerer Aufträge in den Vorjahren und dem starken Euro.

Der Wachstumstreiber: Wasserkraft boomt. Der Auftragseingang dort ist im ersten Halbjahr um rund 80% gestiegen, weil weltweit mehr Ökostrom und Speicher gebraucht werden. Das macht Andritz aber auch ziemlich abhängig von diesem einen Bereich.

Die stille Stärke: Der Serviceanteil liegt auf Rekord bei rund 45% und soll doppelt so schnell wachsen wie der Gesamtumsatz. Laut Bain summiert sich der Umsatz aus Ersatzteilen, Service und Modernisierungen über den Lebenszyklus einer Anlage auf das 14-Fache des ursprünglichen Verkaufs. Dazu ist Service margenstärker und planbar. Seit 2018 hat Andritz rund 30 Firmen mit hohem Service-Anteil zugekauft.

Die Schwachstellen: Metals war wegen der schwachen Autoindustrie das Sorgenkind, zeigt aber erste Erholung. Umwelt/Energie leidet unter verzögerten Investitionen, obwohl dort Zukunftsthemen wie CO₂-Abscheidung und Wasserstoff liegen.

An der Börse ist Andritz knapp 8 Mrd. € wert, die Aktie hat seit Jahresbeginn 25% gewonnen, dazu kommen noch knapp 3% Dividendenrendite. Das erwartete KGV von 14 ist teurer als im Schnitt der letzten Jahre. Dafür haben die Österreicher eben auch einen Rekord-Auftragsbestand.