
Mallorcas Hotelimperium
Die Geschichte beginnt 1956: Ein 21-Jähriger mietet ein Hotel in Palma und baut daraus Spaniens größte Hotelkette. Heute betreibt Meliá Hotels fast 400 Hotels mit 100.000 Zimmern in über 40 Ländern und gilt als größter Resort-Hotelbetreiber der Welt. Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 40% zugelegt.
•Rückenwind durch Geopolitik: Wegen der Konflikte im Nahen Osten meiden viele Urlauber Ziele wie Dubai oder Ägypten. Stattdessen geht's ans westliche Mittelmeer. Für den Sommer meldet Meliá zweistellige Buchungszuwächse.
•Luxus als Margentreiber: Premium und Luxus machen schon fast zwei Drittel aller Hotels aus. Luxusresorts bringen 85% mehr Umsatz pro Zimmer als Mittelklasse-Marken. Und reiche Gäste sparen in Krisen nicht als Erstes am Urlaub.
•Asset-Light-Umbau: Meliá baut sich vom Hotelbesitzer zum Markenbetreiber um. Fast 90% aller Zimmer laufen inzwischen unter Management- oder Franchiseverträgen. Das bindet kaum Kapital und bringt stabilere Margen.
•Großinvestor an Bord: Der Madrider Investor Stoneshield ist im Mai mit 9,5% eingestiegen, inklusive Sitz im Verwaltungsrat.
Mit 2,5 Mrd. € Börsenwert kommt Meliá auf ein erwartetes KGV von 15. Der französische Konkurrent Accor liegt bei einem KGV von 20, hat aber seit Jahresbeginn 5% verloren (unter anderem wegen starker Nahost-Exposure). Marriott wird sogar mit einem KGV von 33 bewertet, ist aber beim Asset-Light-Modell schon weiter als Meliá.