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Löschmittel-Monopol

OAWS Redaktion3. August 20262 Min

Wenn aus einem Löschflugzeug leuchtend rote Flüssigkeit über einem brennenden Wald abgeworfen wird, kommt die mit hoher Wahrscheinlichkeit von Perimeter Solutions. Das Mittel heißt Phos-Chek, macht Vegetation schwer entflammbar und verschafft den Löschtrupps am Boden Zeit. Insgesamt macht Perimeter gut 650 Mio. $ Umsatz bei einem Börsenwert von rund 5 Mrd. $.

Das Besondere ist die Marktstellung: In den USA muss jedes Löschmittel für den Lufteinsatz eine aufwendige Zulassung der Forstbehörde durchlaufen. Fast alle zugelassenen Produkte kommen von Perimeter. Über Jahrzehnte war der Konzern praktisch konkurrenzlos.

Hinter Perimeter steckt Investor Nick Howley, der mit dem Luftfahrtzulieferer TransDigm eine sehr erfolgreiche Firma gebaut hat. Seine Methode: Nischen finden, in denen ein Produkt unverzichtbar, aber im Verhältnis zu den Gesamtkosten billig ist. Wer feilscht ums Löschmittel, während eine Stadt in Flammen steht?

Das Playbook: Genau dieses Muster überträgt Perimeter jetzt auf neue Felder. Anfang des Jahres hat der Konzern für fast 700 Mio. $ einen Medizintechnik-Zulieferer gekauft, der Maschinen und Verschleißteile für Katheter- und Stent-Produktion baut. Klingt weit weg vom Feuer, folgt aber derselben Logik: kleiner, unverzichtbarer Baustein in einem streng regulierten Markt.

Die Zahlen: Im zweiten Quartal ist der Umsatz um gut 30% gestiegen, aber fast komplett durch Zukäufe. Das eigentliche Feuergeschäft hat trotz intensiver Brandsaison beim operativen Ergebnis kaum zugelegt. Die Aktie hat nach den Zahlen rund 15% verloren.

Das Vergütungsproblem: Howleys Investorengruppe kassiert eine erfolgsabhängige Vergütung, die mit steigendem Aktienkurs wächst. Allein im letzten Quartal sind fast 270 Mio. $ Vergütung angefallen, der größte Kostenpunkt, der sogar für einen Verlust gesorgt hat.

ABER: Das Feuergeschäft bleibt unplanbar, weil es an Zahl und Schwere der Brände hängt. Dazu kommen rund 1 Mrd. $ Schulden durch die Zukäufe. Am Ende ist es eine Wette darauf, dass Howley sein Erfolgsrezept auch abseits der Brände wiederholen kann. Das erwartete KGV von 18 ist dabei günstiger als der Schnitt der letzten Jahre. Auf Jahressicht liegt die Aktie trotz des Rücksetzers noch 90% im Plus.