
LKW-Comeback
Es wird nicht so viel drüber geredet, aber 2026 ist auch das Jahr der amerikanischen LKW-Logistiker. Knight-Swift, Old Dominion, XPO, JB Hunt, Schneider National: alle schon über 30% im Plus dieses Jahr.
Der normale Zyklus erklärt einen Teil davon (in schwierigen Zeiten machen kleine Konkurrenten dicht, Angebot sinkt, Preise steigen). Aber es gibt noch ein paar andere Treiber:
•Trumps Durchgreifen: Seit er im Amt ist, hat die Regierung über 30.000 als illegal eingestufte LKW-Führerscheine zurückgezogen und fast 10.000 Anbieter geschlossen, wo man solche Führerscheine machen konnte. Dazu werden Englischkenntnisse härter geprüft. Die Zahl der verfügbaren LKW-Fahrer ist dadurch deutlich gesunken.
•Neue Haftungsregeln: Ein Urteil des Obersten Gerichtshofs hat entschieden, dass Speditionen für Fehler ihrer ausgewählten Carrier haften. Das war bisher anders und macht es für Speditionen wichtiger, vertrauenswürdige (also große) Carrier zu nehmen.
•Kriminalität seit Corona: Fake-Carrier, die Lieferungen klauen, sind ein echtes Problem geworden. Auch das treibt Aufträge zu den großen, etablierten Playern.
Die Bewertungen sind mit KGVs von über 30 bei allen großen Playern schon echt teuer. Wenn aber neben dem geschrumpften Angebot auch noch die Nachfrage deutlich anzieht, könnten die LKW-Firmen ordentlich Geld machen. Einem muss aber bewusst sein, dass das wahrscheinlich eine zyklische Branche bleibt. In guten Zeiten bestellen alle LKWs, das führt zu Überkapazität, Preise sinken, die Schwächsten gehen unter, und das Spiel beginnt von vorn.