
Live-Weltmeister
Wer bei einem Tor auf die Zeitlupe wartet, sieht mit 40-prozentiger Wahrscheinlichkeit die Arbeit von EVS. Die Belgier sind Weltmarktführer für Live-Replays.
Das Problem? Lange Zeit hat sich das Unternehmen auf einer absurden EBIT-Marge von 70% ausgeruht. Man hat das Produkt gemolken, während die Konkurrenz billigere Alternativen gebaut hat. Die Folge: Ein verlorenes Jahrzehnt mit rückläufigen Umsätzen.
Seit dem Management-Wechsel 2019 dreht der Trend. EVS nutzt die starken Kundenbeziehungen als Hebel, um neue Produkte zu verkaufen. Dabei geht’s immer darum, die Komplexität moderner Live-Produktionen mit hunderten Kamera-Feeds einfacher zu managen.
Was spricht für EVS?
•Wer Live-Produktion lernt, lernt oft auf EVS. Das ist ein ähnlicher Burggraben wie bei Adobe.
•Bei TV-Rechten für Milliardensummen darf nichts schiefgehen. Niemand spart 5% beim Equipment-Anbieter, wenn dafür das Signal vor Millionen Zuschauern wegbricht.
•Bei einem Börsenwert von ca. 500 Mio. € handelt EVS mit dem 10-fachen des EBIT.
Was spricht dagegen? Der Markt an sich wächst nicht besonders stark. Kleine Aktien sind generell risikoreicher. Und EVS arbeitet stark mit Übernahmen - das kann aufgehen, aber ist immer ein Risiko.