
Künstliche Blitze
CATL ist der größte Batteriehersteller der Welt: 50% Marktanteil bei E-Autobatterien in China, 40% global. Aber die Krise am chinesischen Automarkt und das verlangsamte Wachstum im Kerngeschäft (im Schnitt nur noch 8% pro Jahr in den letzten drei Jahren) sind natürlich ein Problem. CATL hat aber noch andere Felder, die jetzt stark wachsen.
•Energiespeicher boomen: Stationäre Batteriespeicher für Fabriken, Häfen, Solar- und Windprojekte machen mittlerweile knapp ein Fünftel des Gesamtumsatzes aus.
•KI als Rückenwind: Das krasseste Wachstum kommt grade bei Backup-Batterien für Rechenzentren. Falls das Stromnetz ausfällt, sind diese Batterien die letzte Verteidigungslinie. Um die Zuverlässigkeit zu garantieren, feuert CATL in seinen Testanlagen sogar künstliche Blitze auf die Batterien ab.
•Natrium statt Lithium: Viele Investments fließen in Natrium-Batterien, die mit gewöhnlichem Salz hergestellt werden und günstiger sein sollen. Für E-Autos sind sie noch nicht ideal, weil die Energiedichte zu niedrig ist. Bei stationären Speichern für Stromnetze könnte die Umstellung aber deutlich schneller gehen, weil die Größe der Batterie dort kaum eine Rolle spielt.
•Breite Aufstellung: CATL hat Anteile an über 150 Firmen gekauft, darunter eine 40%-Beteiligung am chinesischen Rechenzentrumsbetreiber VNET und knapp die Hälfte an Zhongheng Electric (Hochspannungs-Gleichstromsysteme).
Zur Wahrheit gehört aber auch: Immer mehr Player steigen in den Bereich Energiespeicher ein. Ford und General Motors treiben neue Projekte voran. Gleichzeitig lief das Autogeschäft zuletzt besser als erwartet, vor allem in Europa und durch den wachsenden Markt für elektrische LKWs und Nutzfahrzeuge. Mit einem Börsenwert von 280 Mrd. $ und einem erwarteten KGV von 20 ist die Aktie nicht teuer, spiegelt aber die Unsicherheit wider, wie lange das krasse Wachstum anhält.