
Kühnes Erbe
Klaus-Michael Kühnes Vermögen von geschätzt 49 Mrd. $ liegt schon länger in einer Stiftung. Die hält über eine Holding 55% an Kühne + Nagel, 30% von Hapag-Lloyd, 20% von der Lufthansa und 20% von Brenntag. Dazu kommen Anteile an Flixbus und 3% am Prothesenhersteller Ottobock.
•Die Logik: Prothesen, Busse, Luftfahrt, Chemiedistribution. Alles Bereiche, die von KI erstmal schwer disruptiert werden. Und Bereiche, zu denen Kühne persönlichen Bezug hatte. Nach dem Benko-Desaster (an dem er selbst beteiligt war) hat er vor allem dort investiert, wo er das Geschäft versteht und Transparenz hat.
Was muss man sonst zu Kühne wissen:
•Der vielleicht beste Deal: Hapag-Lloyd. Kühne hat die Reederei 2008 mit anderen Investoren für 4,5 Mrd. € gekauft, vor allem weil er nicht wollte, dass asiatische Investoren übernehmen. Allein 2021 und 2022 hat er eine Dividende von insgesamt über 5 Mrd. € kassiert.
•Die Geschichte dahinter: Kühne ist mit Mitte 20 in die Führung des Familienbetriebs eingestiegen, der eine dunkle Vergangenheit im Nationalsozialismus hat. Er ist stark ins Ausland expandiert und hat eine eigene Reederei aufgebaut. Nach der Ölkrise hat er damit fast alles verloren und musste die halbe Firma verkaufen. 1992 hat er sie komplett zurückgekauft.
•Die Sparsamkeit: Immer Linienflieger statt Privatjet. Reiseanträge von Mitarbeitern spontan storniert, wenn ein Telefonat gereicht hätte. Manager durften wegen hoher Telefonrechnungen teilweise nur an geraden Kalendertagen telefonieren.
•Langfristig beste Aktie im Depot: Kühne + Nagel. Seit dem Börsengang 1994 über 8.000% Rendite, das sind 15% pro Jahr.
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