
Muss Krypto ins Depot?
Auf unserem WhatsApp-Kanal kam die Frage, ob Krypto ins Portfolio muss, wenn man für die Altersvorsorge spart.
Dafür schauen wir uns erstmal an, warum Aktien für die Altersvorsorge so gut funktionieren:
•Wirtschafts-Connect: Man beteiligt sich an der globalen Wirtschaft. Wächst die Wirtschaft, wächst langfristig mit hoher Wahrscheinlichkeit auch der Aktienmarkt.
•Streuung: Selbst wenn's Europa in 20 Jahren schlechter geht, profitiert man vom Aufstieg in Asien, Afrika oder Amerika.
•Sachwerte: Man kauft Anteile an Firmen, die Gewinne machen. Als Aktionär steht einem ein Teil davon zu.
•Lange Historie: Es gibt immer wieder Krisen, aber breit gestreut hat man historisch trotzdem sehr gute Renditen gemacht.
Das Ding ist: Keiner dieser Punkte trifft auf Krypto zu. Kein klarer Zusammenhang zur Wirtschaft, keine Sachwerte, keine lange Historie. Bei Krypto hängt sehr viel von der Stimmung der Investoren ab. Übrigens gilt das auch für Gold (außer der langen Historie).
Trotzdem nachvollziehbar, wenn man einen kleinen Anteil im Depot hat. Zum Beispiel weil man glaubt, dass sich Bitcoin wie Gold als Wertspeicher etabliert. Trotzdem sollte man die Größenordnungen bedenken.
Zur Einordnung: Alle Kryptos zusammen sind rund 2.000 Mrd. $ wert. Gold liegt bei 25.000 Mrd. $, die Firmen im MSCI All Country World bei über 100.000 Mrd. $. Krypto ist als Vermögensklasse also kleiner als einzelne Firmen wie NVIDIA oder Alphabet.
Und was ist mit Quantencomputern als Risiko für Bitcoin? Vor allem alte Wallets sind bedroht, die gehackt werden könnten (z.B. das von Satoshi Nakamoto). In solchen Wallets liegt rund ein Drittel aller Bitcoins. Kein Weltuntergang, kann aber den Preis drücken. Langfristig muss sich Bitcoin quanten-sicher aufstellen. Das ist weniger ein technisches Problem als die Frage, ob sich die Community auf ein Upgrade einigen kann. Die ist historisch sehr langsam bei sowas, aber der Anreiz ist groß genug.