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Koreas Amazon im Comeback

OAWS Redaktion31. August 20262 Min

In Südkorea laufen über 30% vom gesamten Einzelhandel online. In Deutschland und den USA sind's unter 20%. Und es gibt ein Unternehmen, das in diesem Markt laut Morningstar über 30% Anteil hat: Coupang. Und die Aktie ist 50% günstiger als vor einem Jahr.

Was ist passiert? Im November ist ein Hack auf die Kontodaten von 33 Mio. Kunden aufgeflogen. Coupang hat eine Rekordstrafe von 400 Mio. $ gezahlt, wird weiter von Behörden untersucht und Kunden sind abgewandert. Der Börsenwert ist seitdem auf knapp 30 Mrd. $ gefallen.

Die Comeback-These:

Kunden kommen zurück: Im zweiten Quartal lag die Zahl der aktiven Kunden wieder auf dem Level vor dem Hack. Die verbliebenen und zurückgekehrten Kunden geben 16% mehr aus als vor einem Jahr.

Der Burggraben: Coupang garantiert Versand innerhalb von 24 Stunden dank eigener Lager. Händler schicken deshalb freiwillig große Mengen Inventar, das sie dann nirgendwo anders mehr anbieten können. Das ist zusammen mit der hohen Mitgliederzahl der Burggraben.

Die Bewertung: Das Kerngeschäft macht 30 Mrd. $ Umsatz und hatte vor dem Hack eine bereinigte operative Marge von 9%. Wenn Coupang da wieder hinkommt (Ziel: Mitte 2027), landen wir bei über 1 Mrd. $ Nettogewinn. Abzüglich Cash zahlt man dann rund das 22-fache. Und das für eine Firma, die den Umsatz über 5 Jahre mit im Schnitt 20% pro Jahr gesteigert hat.

ABER: Neben dem Kerngeschäft betreibt Coupang Zukunftswetten (Taiwan-Expansion, der Luxus-Retailer Farfetch und weitere Felder). Die machen 15% vom Umsatz aus und aktuell noch 1 Mrd. $ Verlust pro Jahr. Das frisst so gut wie den gesamten Gewinn aus dem Kerngeschäft. Falls die Zukunftsvisionen nicht aufgehen, ist das ein teurer Spaß.

Risikohinweis: Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewähr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente. Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung. Ihr entscheidet selber, was ihr macht.