
Knorr mit Mayo
Unilever verkauft seine komplette Food-Sparte an McCormick. Im Paket sind Knorr, Hellmann's Mayo und kleinere Marken wie Pfanni. Das Spannende: McCormick macht selbst nur rund 7 Mrd. $ Umsatz und 1 Mrd. $ operativen Gewinn. Knorr allein dürfte beim Gewinn ähnlich groß sein.
Deshalb ist das keine normale Übernahme. McCormick zahlt 16 Mrd. $ Cash, Unilever behält danach 10% an der neuen Firma, und Unilever-Aktionäre kriegen 55% der Anteile. Beide Aktien haben auf die Nachricht mit minus 5% reagiert.
Warum verkauft Unilever überhaupt?
•Schwaches Wachstum: Food wächst langsamer als Beauty- und Pflegemarken, vor allem in den USA und Europa. Zu hohe Preiserhöhungen, starke Eigenmarken der Händler und der Gegenwind durch Abnehmspritzen belasten den Bereich.
•Strategischer Fokus: CEO Fernando Fernandez will sich voll auf Beauty, Haushalt und Pflege konzentrieren. Dieses Business ist in den letzten drei Jahren um 5% pro Jahr gewachsen, bei einer operativen Marge von rund 20%.
•Indien bleibt: Das Food-Geschäft in Indien verkauft Unilever nicht. Denn das ist ein Fokus-Markt von Unilever. Mittelfristig sollen 45% vom Umsatz aus Indien und den USA kommen (aktuell: 33%).
McCormick nimmt für den Deal massiv Schulden auf, die Nettoverschuldung steigt auf das Vierfache des operativen Gewinns. Das neue Konstrukt fährt also einen eher heißen Reifen.
Spannend bleibt außerdem, was Unilever mit den 16 Mrd. $ Cash macht. Zukäufe in Beauty und Pflege (Beiersdorf, Henkels Haar-Sparte?) wären denkbar, sind aber noch reine Spekulation.