← ZurückKimberly-Clarks Mega-Umbau

Kimberly-Clarks Mega-Umbau

OAWS Redaktion19. Oktober 20262 Min

Kimberly-Clark gibt's seit über 150 Jahren, Marken wie Kleenex oder Huggies hat fast jeder schon mal in der Hand gehabt. Aber das Geschäft wächst kaum. Umsatz und Aktie laufen seit Jahren seitwärts, denn es werden weniger Babys geboren und Supermärkte drücken mit Eigenmarken auf die Preise.

Deshalb baut sich der Konzern komplett um. Das internationale Klopapier-Geschäft hat Kimberly-Clark bereits mehrheitlich an den brasilianischen Zellstoffkonzern Suzano abgegeben. Dafür kommt jetzt Kenvue, die frühere Konsumgütersparte von Johnson & Johnson (Listerine, Neutrogena), für rund 50 Mrd. $ inklusive Schulden.

•Der Reiz: Kenvue macht mit 15 Mrd. $ fast so viel Umsatz wie Kimberly-Clark selbst, aber die Bruttomarge liegt bei fast 60%, Kimberly-Clark schafft nicht mal 40%. Deutlich profitablere Produkte also.

•Der Preis: Kimberly-Clark hat fast 50% Aufpreis auf Kenvues Börsenwert gezahlt. Das sind fast 13 Mrd. $ Aufpreis plus 2,5 Mrd. $ Integrationskosten, also 15 Mrd. $, die erstmal wieder reinkommen müssen.

•Die Rechnung: Wenn beide zusammen wie geplant rund 2 Mrd. $ jährlich einsparen und die Börse das mit dem gleichen 11-Fachen bewertet, mit dem Kimberly-Clark selbst bewertet wird, entsteht ein Mehrwert von gut 20 Mrd. $. Grob gerechnet muss das Management dafür etwa zwei Drittel der geplanten Einsparungen wirklich schaffen. Klappt das nicht, war der Deal zu teuer.

•Risiken: Mit Kenvue kommen auch Klagen, unter anderem bei Babypuder und der Schmerzmittelmarke Tylenol. Außerdem muss die Dividende künftig auf fast doppelt so viele Aktien gezahlt werden.

An der Börse ist Kimberly-Clark 35 Mrd. $ wert, das ist das 15-Fache vom erwarteten Gewinn. Konkurrenten wie Procter & Gamble oder Colgate kommen auf über 20. Da schwingt die Skepsis gegenüber dem Umbau mit. Aber wenn der Plan aufgeht, könnte sich der Deal lohnen.

Risikohinweis: Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewähr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente. Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung. Ihr entscheidet selber, was ihr macht.