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KI killt Call-Center?
Teleperformance ist der größte Call-Center-Betreiber der Welt und die Aktie ist fast 90% vom Rekordhoch entfernt. Während der Pandemie war die Nachfrage nach Call-Centern explodiert, das KGV lag bei über 40. Dann kam ChatGPT und seitdem gibt's die berechtigte Sorge, dass das Business in ein paar Jahren komplett tot ist. Anfang 2024 hat Klarna als eine der ersten großen Firmen verkündet, dass ihr KI-Chatbot die Arbeit von 700 Call-Center-Mitarbeitern erledigt.
2025 ist der Umsatz zum ersten Mal seit über 20 Jahren gefallen. Nur um knapp 1%, aber es zeigt, wo die Reise hingehen könnte. Kritisch bei einer Firma mit 4 Mrd. $ Schulden.
Trotzdem lockt der Preis Investoren an:
•Teleperformance macht rund 500 Mio. € Nachsteuergewinn. Die Bewertung von 3 Mrd. € entspricht nur noch dem 6-Fachen davon. Dazu gibt's über 9% Dividendenrendite und Aktienrückkäufe.
•Prominenter Investor: Richard Pzena (seine Firma verwaltet 80 Mrd. $) hat 2023 erste Aktien gekauft, die Position zuletzt vergrößert und hält mittlerweile 10% der Firma. Pzena ist bekannt dafür, auf Unternehmen zu setzen, die kurzfristig unter Problemen leiden, aber günstig sind.
•Die Gegenthese: Teleperformance hat über Jahre die meisten Kundendaten aus Gesprächen gesammelt und konnte sich schon auf frühere Chatbots (seit 2016) einstellen. Pzena glaubt außerdem nicht, dass die meisten Firmen eigene KI-Lösungen bauen werden. Das war ja genau der Grund, warum sie ihre Call-Center überhaupt ausgelagert haben.
Niemand weiß, wie das Geschäftsmodell in ein paar Jahren aussieht. Laut Pzena ist das Einzige, was man wirklich kennt, der Preis. Und der scheint für eine Firma, die ihren Umsatz über 25 Jahre mehr als verzwanzigfacht hat, günstig. Teleperformance muss nicht mal wieder wachsen, damit die Rechnung aufgeht. Es reicht, wenn das Geschäft langsamer schrumpft als der Markt befürchtet.