
KI kauft bei Trustpilot
Die meisten klassischen Tech-Firmen leiden gerade unter KI. Bei Trustpilot ist das Gegenteil der Fall. Die dänische Bewertungsplattform verdient ihr Geld nicht mit uns Nutzern, sondern mit den Firmen: Wer seine verifizierten Trustpilot-Bewertungen als Gütesiegel auf der eigenen Website anzeigen will, muss dafür zahlen.
Warum KI hier zum Wachstumstreiber wird:
•Die Fantasie: Wenn KI-Agenten in Zukunft für uns einkaufen, brauchen sie authentische Daten, um zu entscheiden, wo sie bestellen. Die Klicks über KI-Modelle sind im Vergleich zum Vorjahr um 1.500% gestiegen. Laut Promptwatch war Trustpilot im Januar die fünftmeistzitierte Domain von ChatGPT weltweit.
•Der Strategiewechsel: Trustpilot konzentriert sich stärker auf zahlungskräftige Großkunden. Die machen mehr Umsatz, zahlen mehr an Trustpilot, aber der Aufwand für die Plattform bleibt quasi gleich. Ergebnis: Mehr bleibt hängen.
•Das Ziel: Die operative Marge (vor Abschreibungen) soll bis 2030 auf 30% steigen, fast eine Verdopplung zu 2025. Gleichzeitig wächst der Umsatz aktuell mit rund 20% im Jahr.
Die Bewertung von 850 Mio. € entspricht fast dem 40-Fachen des erwarteten Gewinns. Nicht günstig, aber wenn die Wachstumsfantasie aufgeht, auch nicht absurd. Ein kleines Warnsignal: Gründer Peter Holten Mühlmann hat nach den starken Zahlen vor knapp zwei Wochen über 1 Mio. Aktien verkauft.