Kettensäge hängt

Kettensäge hängt

OAWS Redaktion14. Oktober 2025

Javier Milei ist in Argentinien als Präsident angetreten, um das Land mit der Kettensäge zu sanieren. Der radikale Plan hat erstmal funktioniert. Experten weltweit und der heimische Aktienmarkt haben gejubelt. Aber jetzt sieht man die Kehrseite seiner Politik.

Investoren haben in den ersten Monaten den kompromisslosen Sparkurs gefeiert und es gab erste Anzeichen einer Stabilisierung des Peso. Geschafft hat Milei das, indem er Subventionen für Strom, Verkehr und Lebensmittel gekürzt hat. Das hat die Staatskasse entlastet, aber Millionen von Menschen in die Armut getrieben. Der Konsum ist eingebrochen, Unternehmen entlassen massenhaft Mitarbeiter und das Land steckt in einer tiefen Rezession.

Die monatliche Inflation ist zwar von mehr als 25% auf zuletzt rund 2% gesunken. Das ist aber kein Zeichen von Stärke, sondern ein Signal für die schwache Nachfrage. Die Menschen geben einfach kaum noch Geld aus. Parallel dazu gibt’s eine Flucht in den Dollar. Das Vertrauen in die eigene Währung ist so gering, dass der Peso ohne externe Hilfe wohl längst kollabiert wäre. Die USA haben jetzt ein Währungstauschprogramm über rund 20 Mrd. $ aufgelegt. Das ist eine Notmaßnahme, um Zeit zu kaufen, nicht aber ein Zeichen von nachhaltigem Vertrauen.

Und die Börse? Der Leitindex Merval hat seit Jahresbeginn fast 25% verloren. Zwei Beispiele:

Die Ölgesellschaft YPF, an der der Staat 51% hält, ist um 45% eingebrochen.

Die Bank Banco Macro, die ausschließlich im Land aktiv ist, hat fast 60% verloren, weil Kreditausfälle und Kapitalabflüsse drohen.