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Kanadas Inditex?

OAWS Redaktion30. September 20262 Min

Nach bald 1.500 Podcast-Folgen passiert's nicht mehr so oft, dass man noch eine komplett neue Erfolgsgeschichte an der Börse findet. Schon gar nicht im Modebereich.

Aber manchmal passiert's: Aritzia hat seit dem Börsengang 2016 über 570% Rendite gemacht, das sind über 20% pro Jahr. Die kanadische Modemarke ist rund 10 Mrd. $ wert und damit mehr als GAP, Levi's, Abercrombie & Fitch oder Puma.

Was machen die anders?

•Luxus-Feeling ohne Luxus-Preis: Statt normalen Verkäuferinnen gibt's Style-Berater, die wie in einer Boutique perfekte Outfits zusammenstellen. In den Umkleiden hängen bewusst keine Spiegel. Wer sich anschauen will, muss raus zu den gemeinsamen Spiegeln, wo wieder Berater warten.

•Eigene Marken: Über 97% der Produkte sind Eigenmarken, nur 2-3% kommen von externen Anbietern (meist Schuhe oder Trendmarken).

•Gründer-DNA: Brian Hill hat den ersten Laden 1984 eröffnet und hält immer noch 15%. Die heutige CEO Jennifer Wong hat 1987 als Style-Beraterin angefangen. Unter ihrer Führung seit 2022 hat sich der Umsatz auf 2,7 Mrd. $ circa verdoppelt.

•Langer Wachstumsweg: Die 140 Läden teilen sich grob 50/50 auf Kanada und die USA auf. Sonst gibt's international noch so gut wie gar keine Läden. Allein in den USA sieht Aritzia über 180 weitere passende Locations. Eröffnet werden aktuell 13 pro Jahr, jeder Laden kostet ca. 4 Mio. $, macht aber schnell 10 Mio. $ Umsatz. Dazu kommen über 30% Online-Umsatz.

Das KGV von 23 ist für eine Modeaktie schon relativ teuer. Allein über die Laden-Expansion kann's aber jedes Jahr rund 10% Offline-Umsatzwachstum geben, dazu Online und Wachstum in bestehenden Läden. Bei 15% Wachstum über mehrere Jahre kann das auch ohne steigende Margen rund 15% Rendite pro Jahr bringen. Einem muss aber klar sein: Trends in der Mode drehen schnell, wie man bei Lululemon oder Nike grade sieht.

Risikohinweis: Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewähr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente. Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung. Ihr entscheidet selber, was ihr macht.