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Kanadas Berkshire

OAWS Redaktion30. September 20262 Min

Brookfield Corp. hat über 30 Jahre im Schnitt 19% Rendite pro Jahr gemacht. In den letzten sechs Wochen ist der Börsenwert aber um fast 20% auf 80 Mrd. $ gefallen. Das Management selbst sieht den fairen Wert bei rund 160 Mrd. $, also fast beim Doppelten.

Was macht Brookfield? Im Kern ein Vermögensverwalter für Pensionsfonds, Staatsfonds und Versicherungen. Die geben Brookfield ihr Geld, Brookfield investiert es in Sachwerte (Häfen, Stromnetze, Windparks, Rechenzentren) und kassiert dafür jedes Jahr Gebühren. Läuft ein Fonds gut, gibt's noch einen Gewinnanteil obendrauf (den sogenannten Carry).

Dazu kommt ein Versicherungsgeschäft, vor allem Rentenversicherungen. Brookfield sammelt Beiträge ein, muss oft erst Jahrzehnte später auszahlen und legt das Geld in der Zwischenzeit in die eigenen Projekte an. Der Umsatz ist über 20 Jahre im Schnitt um 14% pro Jahr auf 75 Mrd. $ gewachsen.

Warum der Einbruch? Sorgen um Private Credit, mögliche Zirkeldeals im KI-Bereich und hohe Zinsen, die langfristige Anlagen wie Immobilien und Infrastruktur weniger wert machen.

Was sagt die Rechnung?

•Börsenbewertete Töchter: Brookfields 74% an der Vermögensverwaltungstochter sind gut 50 Mrd. $ wert, die Anteile an Infrastruktur, Energie und Private Equity zusammen knapp 20 Mrd. $. Dazu kommen Investments, Immobilien, die Versicherung und der Carry. Minus Schulden ergibt das die knapp 160 Mrd. $.

•Wo die Rechnung wackelt: Der Carry wird mit 30 Mrd. $ angesetzt, ist aber größtenteils Prognose. Zuletzt kamen hier gut 500 Mio. $ pro Jahr rein, und das Ziel wurde gerade gesenkt. Beim Versicherungsgeschäft wird ein Verkaufsmultiple vom 15-Fachen des Gewinns angenommen, die meisten Rentenversicherer werden aber niedriger bewertet.

•Konservatives Szenario: Selbst mit dem 10-Fachen für die Versicherung und null Carry kommen unter 120 Mrd. $ raus. Der Börsenwert liegt aktuell 30% darunter.

•Das Klumpenrisiko: Die Geschäfte sind eng miteinander verflochten. Die Versicherung investiert in Brookfields eigene Fonds und hält sogar Aktien der Töchter. Wenn die Fonds schlecht laufen, trifft's Brookfield dreifach: weniger Gebühren, kein Carry und Verluste in der Versicherung.

Brookfield hat dieses Jahr für rund 500 Mio. $ eigene Aktien zurückgekauft, zu höheren Kursen als heute. Wenn das Management wirklich glaubt, dass das Business fast doppelt so viel wert ist, müssten sie jetzt deutlich mehr kaufen.