
Kaffee-Boom investieren
Im globalen Kaffeemarkt gibt’s zwei Trends:
Erstens führen die hohen Preise bei den meisten lokalen Kaffees und Ketten zu einer Möglichkeit für günstigere Player wie LAP oder Blank Street.
Zweitens wird Kaffee für immer mehr Menschen und in immer mehr Ländern zu einem Premium-Produkt, für das man eine sehr hohe Zahlungsbereitschaft hat.
Die De'Longhi-Gruppe profitiert von beidem. Die Tochtermarke Eversys liefert automatisierte Siebträgermaschinen für LAP und Blank Street. Die andere Tochtermarke La Marzocco ist einer der Marktführer im High-End-Bereich.
Insgesamt sind die zwei Bereiche dieses Jahr 30% gewachsen und haben deutlich höhere Margen als das restliche Business von De'Longhi. Die Sparte trägt dadurch circa ein Viertel zum Gewinn bei.
Trotzdem ist es aktuell so, dass man mit der Aktie den ganzen Rest kaufen muss. Dazu gehören zum Beispiel die Küchengeräte von Marken wie Braun und Kenwood. Die Mixer von Nutribullet. Die wachsen zwar, aber haben mehr Konkurrenz.
Aktuell ist De'Longhi an der Börse 5,5 Mrd. € wert und damit das 15-fache des Gewinns. Klingt nicht unfassbar günstig. Aber langfristig könnte es Potenzial geben, wenn die Marken so weiterlaufen:
•Bei der Bewertung hat man aber immer noch 3% Dividendenrendite. Und die De'Longhi-Familie hält zwar über 50% der Anteile, hat aber schon gesagt, dass sie sich vorstellen können Eversys & La Marzocco abzuspalten.
•Bei der Markenstärke und dem Wachstum ist nicht unrealistisch, dass sie mit dem 15-fachen des EBITDA bewertet werden. Wenn die Marken in zwei bis drei Jahren 200 Mio. € EBITDA knacken, wären alleine das 3 Mrd. €.
Übrigens kommt De'Longhi ab dem 22. Dezember in den STOXX Europe 600.