← ZurückJapanisches Berkshire

Japanisches Berkshire

OAWS Redaktion26. Oktober 20262 Min

Im Dotcom-Hype 1999 war der japanische Handyverkäufer Hikari Tsushin an der Börse über 50 Mrd. $ wert. Dann sind Scheingeschäfte aufgeflogen, die Blase ist geplatzt und die Aktie hat 99% verloren. Gerettet hat die Firma nur der Verkauf von SoftBank-Aktien, plus fast 200 Mio. $ aus der eigenen Tasche des Gründers Shigeta. 2010 kam dann der komplette Umbau, mit Warren Buffett als Vorbild.

•Das Modell: Anders als Berkshire finanziert Hikari seine Investments nicht über Versicherungsgelder, sondern über eine Reihe von Firmen mit monatlich wiederkehrenden Umsätzen. Strom, Gas, Internet, Wasserlieferungen, Kredite für kleine Firmen, Handyversicherungen. Das Geld fließt dann in Aktien, vor allem in günstig bewertete japanische Titel.

•Die Rendite: Hikaris Eigenkapital ist über die letzten 15 Jahre um durchschnittlich 17% pro Jahr gestiegen. Berkshire hat in der Zeit nur 11% geschafft.

•Die Bewertung: Hikari wird mit knapp 10 Mrd. $ bewertet. Allein das Aktienportfolio ist 9,5 Mrd. $ wert. Für die operativen Businesses bleiben also gerade mal 500 Mio. $ Börsenwert, obwohl die letztes Jahr 750 Mio. $ operativen Gewinn gemacht haben. Dazu kommen fairerweise 4,5 Mrd. $ Schulden, die bei steigender Inflation und höheren Zinsen in Japan teurer werden könnten.

Es gibt keinen klaren Katalysator, warum sich an der Bewertung was ändern sollte. Man muss darauf vertrauen, dass das Management weiter gute Entscheidungen trifft. Immerhin sitzen alle im selben Boot: Der Präsident steckt seit 2019 sein komplettes Gehalt in Hikari-Aktien, und dem Gründer gehören zusammen mit seiner Stiftung noch gut 40%.

Risikohinweis: Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewähr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente. Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung. Ihr entscheidet selber, was ihr macht.