
Italiens KI-Kabel
Prysmian ist mit 20 Mrd. € Umsatz der größte Kabelhersteller der Welt. Die Italiener profitieren gleich von mehreren Megatrends: Unterseekabel für Strom und Daten zwischen Ländern, Anbindung von Offshore-Windparks, Vernetzung von Rechenzentren. Die Aktie hat seit Jahresbeginn fast 70% gewonnen.
•Sticky Geschäftsmodell: Einmal verlegt wird ein Kabel kaum gewechselt. Prysmian bekommt Großaufträge von Energieversorgern und Netzbetreibern, produziert die Kabel und verlegt sie teilweise selbst, bei Unterseeprojekten sogar mit eigenen Schiffen.
•Der Vorteil gegenüber der Konkurrenz: Die Rivalen Nexans (Frankreich) und NKT (Dänemark) machen vor allem Stromkabel. Prysmian ist der Einzige, der Strom- und Glasfaserkabel in relevanter Größe anbietet. Das ist besonders für Rechenzentren attraktiv, die beides brauchen.
•Starkes US-Standbein: Vor knapp zwei Jahren hat Prysmian Encore Wire aus Texas für 4 Mrd. € gekauft und ist damit Marktführer im US-Kabelmarkt geworden. Nexans und NKT hängen dagegen stark von Europa ab, wo Ausschreibungszyklen lang sind und politisch stocken können.
Die Bewertung hat das zum Teil schon eingepreist. Der Börsenwert liegt bei fast 45 Mrd. €, das ist ein KGV von 30. Im Schnitt der letzten 10 Jahre war's nur die Hälfte. Nexans gibt's schon für das 20-Fache. Dafür hat sich der Preis für Glasfaser allein in den letzten sechs Monaten verdoppelt.