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Insider kaufen Fresenius

OAWS Redaktion25. September 20262 Min

Wenn gleich mehrere Vorstände eines DAX-Konzerns für viel Geld eigene Aktien kaufen, lohnt sich ein genauerer Blick. Bei Fresenius ist genau das passiert.

•CEO kauft konsequent: Vorstandschef Michael Sen hat seit März für rund 1,3 Mio. € eigene Aktien gekauft, den ganzen Weg nach unten von rund 47 € bis runter auf 37 € und nach der Erholung im September nochmal. Finanzchefin Sara Hennicken hat im September für rund 100.000 € nachgelegt.

•Biosimilars als Wachstumstreiber: Nach der Trennung von Fresenius Medical Care konzentriert sich der Konzern auf Kabi (Medikamente, Infusionen, Klinikernährung) und Helios (Europas größter privater Krankenhausbetreiber). Im August hat Fresenius die Gewinnprognose angehoben, vor allem wegen Kabi. Das Biopharma-Geschäft bei Kabi ist im zweiten Quartal um fast 40% gewachsen. Biosimilars sind günstigere Nachbauten teurer biologischer Medikamente nach Patentablauf. Besonders stark laufen das Tocilizumab-Biosimilar Tyenne und Denosumab-Biosimilars gegen Osteoporose.

•Schuldenabbau zahlt sich aus: Fresenius war jahrelang hoch verschuldet und hat den Schuldenberg abgebaut. S&P und Fitch haben den Ausblick auf positiv angehoben. Die Zinslast sinkt, deshalb wächst der Gewinn aktuell schneller als der Umsatz. Bei einer Ratinganhebung könnte sich Fresenius günstiger umschulden.

Risiken gibt's trotzdem. Bei Kabi gab es zuletzt Qualitäts- und Aufsichtsthemen an US-Standorten. Und ein neues deutsches Gesetz begrenzt ab 2027 die Vergütungssteigerungen für Krankenhäuser, was Helios belasten kann. Der Erfolg der Biosimilars hängt zudem stark an den Zulassungen, und der Markt ist hart umkämpft: Sobald ein Patent fällt, drängen oft viele Anbieter gleichzeitig rein und drücken den Preis.

Der Börsenwert von 26 Mrd. € steht für ein KGV von 12, dazu gibt's 2% Dividendenrendite. Im Schnitt der letzten Jahre war's eher das Elffache. Klingt nicht sehr teuer, wenn der Umbau weiterhin so gut klappt.