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Indonesiens Absturz
Nächste Woche entscheidet MSCI, ob Indonesien aus dem wichtigen Schwellenländer-Index fliegt und zum Frontier-Markt abgestuft wird. Dann wäre das Land in einer Liga mit Pakistan oder Vietnam. Das klingt technisch, hat aber krasse Folgen: Alle ETFs und Fonds, die den Index nachbilden, müssten indonesische Aktien verkaufen. Goldman Sachs schätzt, dass dadurch rund 13 Mrd. $ abfließen könnten.
Schon die Warnung im Januar hat den heftigsten Kurssturz seit der Asienkrise 1998 ausgelöst. Der Leitindex ist dieses Jahr um 30% gefallen, das macht Indonesien zum schlechtesten Aktienmarkt der Welt. Auch die Landeswährung Rupiah ist auf ein Rekordtief zum Dollar gefallen, was Importe (vor allem Öl) deutlich teurer macht.
•Das Strukturproblem: Bloomberg nennt es "frittierte Aktien" - sie sehen von außen gut aus, aber sind eigentlich ungesund. Große Teile vieler Firmen gehören den reichsten Familien des Landes, der frei handelbare Anteil ist oft winzig. Wenig Handel reicht, um Kurse stark zu bewegen. Genau das kritisiert MSCI: intransparente Eigentümer und der Verdacht auf Manipulation.
•Beispiel Bukalapak: 2021 war der Börsengang einer der größten des Landes. Heute ist die Aktie vom Hoch über 90% gefallen, die Firma nur noch 560 Mio. $ wert (nicht mal das Doppelte vom Umsatz). Vor vier Jahren war sie das 14-Fache wert. Der Grund: jahrelange Verluste und harter Wettbewerb mit Shopee und Tokopedia (mittlerweile von ByteDance kontrolliert).
•Gegenmaßnahmen: Die Finanzaufsicht hat den geforderten Streubesitz von 7,5% auf 15% verdoppelt (laut Bloomberg vorher die niedrigste Anforderung der Region). Dazu wurden die Zinsen erhöht, um die Währung zu stützen.
Ob das reicht, muss MSCI jetzt entscheiden. Der Fall zeigt aber mal wieder, wie stark die Stimmung rund um ein ganzes Land Kurse beeinflussen kann. Und wieso niedrige Bewertungen in solchen Märkten nicht automatisch Schnäppchen sind.