← ZurückIn der Nische liegt das Geld

In der Nische liegt das Geld

OAWS Redaktion19. März 20262 Min

Peter Harf ist einer der unbekanntesten global relevanten Investoren der Welt. Und er kommt auch noch aus Deutschland. Er hat als Manager von Benckiser (heute Reckitt Benckiser) und als Kopf hinter dem Vermögen der Reimann-Familie selbst ein geschätztes Vermögen von rund 1 Mrd. € aufgebaut. Und nebenbei hat er die Knochenmarkspende-Organisation DKMS aufgebaut.

Er war gestern im OMR-Podcast zu Gast und hatte paar ganz spannende Gedanken rund um Geschäftsmodelle & Investments.

Peter Harf sucht gern Nischen, die keinen Platz für zwei große Player haben.

Seine Logik: Man sucht sich Märkte, die groß genug sind für eine dominante Marke, aber zu eng für einen zweiten Anbieter. Beispiel Calgon. Mit über 70% Marktanteil konnte Benckiser jeden Angreifer plattmachen, weil sich der nötige Werbeaufwand für die Konkurrenz nicht gerechnet hat.

Normale Waschmittel findet er dagegen eine total unattraktive Kategorie, weil der Markt so groß ist, dass auch ein neuer Player schnell genug Umsatz macht, um hohe Werbeausgaben zu rechtfertigen.

Eine andere Denkweise steckt hinter seiner großen Kaffee-Wette – er hat mit der Reimann-Familie nämlich die JAB Holding rund um Marken wie Peet's Coffee oder Jacobs aufgebaut. Harfs Argumente für eine große Kaffee-Marken-Holding:

Krisensicher: Kaffee ist eine Droge. Selbst in Kriegsländern bleibt der Pro-Kopf-Konsum oft stabil.

Pricing Power als Burggraben: Kaffeepreise sind extrem volatil. Wer Preiserhöhungen von 25% beim Handel durchsetzen will, braucht eine massive Vertriebsorganisation. Das ist nichts für Leichtgewichte, so Harf. Kleine Anbieter fliegen aus dem Regal, wenn sie ihre Margen verteidigen wollen. Einen großen Player mit zig Marken kann man nicht so einfach aus dem Regal nehmen.

Fairerweise hat die Kaffee-Strategie an der Börse bisher nicht gezündet. Bloomberg hat 2024 sogar vorgerechnet, dass die Reimann-Familie um einige Milliarden reicher wäre, hätte sie statt der ganzen unternehmerischen Projekte einfach den MSCI World gekauft.