Immo-Comeback

Immo-Comeback

OAWS Redaktion05. März 2026

Egal ob KI-Boom oder KI-Krise: Immobilien dürften in beiden Szenarien relativ stabil laufen. Und auch dieses Jahr läuft's. Seit Anfang des Jahres haben Vonovia und LEG über 5% zugelegt, TAG sogar fast 20%, während der DAX leicht im Minus liegt.

Wie sieht's konkret aus?

LEG stabilisiert sich: Die Verschuldung sinkt. Das Ziel: Nettoverschuldung im Verhältnis zum Immobilienwert auf 45% drücken (Ende 2024 noch 48%). Dafür hat LEG über 3.000 Wohnungen für 250 Mio. € verkauft und die Immobilienbewertungen um 3% angehoben. Wichtig: Die Verkäufe lagen über Buchwert. Die Durchschnittsmieten sind um 3,5% gestiegen, operativ läuft's also.

TAG als Polen-Wette: Von der Verschuldung einen Tick besser als LEG, dazu bauen sie ihr Geschäft in Polen aus. Letztes Jahr 5.000 Mietwohnungen gekauft, jetzt fast 9.000 im Bestand. Polen hat mehr Wachstumsdynamik und einen riesigen Wohnungsmangel. Dafür zahlt man aber mehr: TAG bringt nur ca. 3% Dividendenrendite, LEG liegt deutlich über 4%.

USA als Spielwiese: Dort gibt's mit Welltower, Prologis und Equinix drei Player mit je rund 100 Mrd. $ Börsenwert. Aber Vorsicht: Die Investmentcases sind komplexer und verschwimmen zunehmend. Prologis war immer ein klares Lagerhaus-Investment, dieses Jahr sollen aber schon 40% der Neubauten Rechenzentren sein. Daneben gibt's Spezial-Cases wie den Empire State Realty Trust (eher Tourismus-Wette) oder Alexandria Real Estate (Labor-Immobilien für Biotechs).

Wichtig zu verstehen: Die Branche bleibt extrem zinsabhängig. Sollten steigende Ölpreise die Inflation antreiben und die Zentralbank Zinsen anheben müssen, wäre das ein direkter Gegenwind. Und in Deutschland kommt das Regulierungsthema obendrauf. Langfristig spricht der Wohnungsmangel für die Branche, kurzfristig bleibt das Zinsrisiko.