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IMAX-Effekt

OAWS Redaktion13. Mai 20262 Min

IMAX hat eins der smartesten Geschäftsmodelle, die wir im Podcast je besprochen haben. Das frühere Problem: Ein IMAX-System hat das Kino ein paar Millionen gekostet, gleichzeitig gab's zu wenige Filme im IMAX-Format.

Der erste Move: IMAX hat eine Technologie entwickelt, um bestehende Filme ins eigene Format umzuwandeln. Statt die Technologie herauszugeben, wandelt IMAX die Filme selbst um und kassiert einen Teil der Kino-Umsätze.

Der zweite Move: Das System wird kostenlos im Kino installiert, IMAX verdient dann über eine Umsatzbeteiligung. Kaum Risiko fürs Kino, starker Lock-in für IMAX.

Die These neben dem Geschäftsmodell: Menschen gehen vielleicht seltener ins Kino. Aber wenn, dann wollen sie die volle Experience. Bei Filmen wie Dune oder Oppenheimer zahlt man gerne mehr für den besten Bildschirm.

Seit unserer letzten Analyse im Juli 2023 hat sich der Börsenwert auf knapp 1,8 Mrd. $ verdoppelt. Der Marktanteil bei Blockbustern ist von 12% auf 15% gestiegen, der Umsatz lag letztes Jahr das erste Mal über 400 Mio. $. Rückenwind gibt's auch weiter: Christopher Nolans "Die Odyssee" wurde komplett mit IMAX-Kameras gefilmt, dazu könnte Dune: Part Three den Umsatz treiben.

Trotzdem liegt das erwartete KGV nur bei 20. Der Grund: IMAX hängt an einzelnen Film-Highlights, deshalb schwanken die Umsätze. Im ersten Quartal ist der Umsatz gesunken, weil ein großer Filmerfolg in China aus dem Vorjahr nicht wiederholt werden konnte. Dazu hat Disney mit "Infinity Vision" ein Konkurrenzprodukt gestartet (fairerweise eher ein Zertifikat für große Bildschirme als eigene Technologie). IMAX ist damit kein offensichtlicher Schnapper, sondern eine Wette darauf, dass der Trend zum High-End-Kino anhält.