
Ich und mein Holz
Nach 125 Jahren im Forst-Geschäft sitzt Weyerhaeuser auf über 40.000 km² Wald (ungefähr so groß wie Dänemark) und will von den Daten, die sie seitdem gesammelt haben, profitieren. Drohnen filmen die Gebiete, KI-Modelle entscheiden, welche Bäume gefällt werden. Früher mussten Förster das Gelände selbst ablaufen. Das Ziel: den bereinigten operativen Gewinn vor Abschreibungen bis 2030 mehr als verdoppeln.
•Effizienz plus neue Geschäftsfelder: Nur ein Drittel vom geplanten Wachstum soll durch steigende Holzpreise kommen. In Arkansas entsteht gerade für 500 Mio. $ ein Werk, das aus kleinen, krummen Bäumen hochwertige Holzbalken presst. Dazu will man aus Holzresten einen Ersatz für Kokskohle herstellen, die gerade von der US-Regierung als kritischer Rohstoff eingestuft wurde.
•Bewertung? Bei 18 Mrd. $ Börsenwert (inklusive Nettoschulden) bewertet die Börse jeden km² Wald mit ca. 550.000 $. Im Schnitt wurde zuletzt aber für fast 700.000 $ pro km² verkauft, knapp 30% mehr. Und bei Weyerhaeuser gibt's noch 33 Holzwerke und das Kanada-Geschäft obendrauf.
•Die Krux ist der Häusermarkt & Holzpreis: 2021 hat Weyerhaeuser bei Rekord-Holzpreisen über 3,5 Mrd. $ operativen Gewinn gemacht. Letztes Jahr nur noch 700 Mio. $. In schwachen Phasen federt die Landvermietung (Solar, Wind, Rohstoffabbau) den Effekt etwas ab.
Das KGV liegt aktuell bei fast 60, was abschreckend wirkt. Setzt man den Börsenwert aber ins Verhältnis zum Durchschnittsgewinn der letzten zehn Jahre, kommt man auf unter 20. Dazu gibt's eine relativ stabile Dividendenrendite von rund 3%. Wer an eine Erholung des US-Häusermarkts glaubt, hat hier einen der größten Profiteure.