House of Batman

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OAWS Redaktion07. Dezember 2025

Netflix kauft Warner Brothers Discovery ohne das traditionelle TV-Business für 72 Mrd. $. Der Börse gefällt der Deal nicht. Seit die Gerüchte dazu öffentlich sind, hat die Aktie über 10% verloren und damit rund 50 Mrd. $ an Börsenwert - also fast den Kaufpreis.

Wieso macht Netflix das und macht es Sinn?

Netflix gewinnt mit Warner Bros. nicht nur starke Inhalte (Game of Thrones, Harry Potter, Superman, Batman), sondern auch die 116 Mio. Abonnenten von HBO Max. Allerdings haben 75% davon schon ein Netflix-Abo. Neu sind nur rund 30 Mio.

Wie viel sind die wert? Wenn man Netflix Börsenwert von knapp 460 Mrd. $ durch die Abos teilt, kommt man auf einen Wert pro Abonnent von 1,500 $. Wenn man das auf die 30 Mio. umlegt, würde man auf rund 45 Mrd. $ kommen. An der Rechnung kann man viele Details kritisieren, aber es gibt so ein grobes Gefühl.

Wie viel sind die Inhalte wert? Schwer zu sagen. Die Superfans dieser Inhalte haben schon ein HBO Max Abo - die sind oben schon eingerechnet. Auch sonst hat Netflix bei wirklich Filmbegeisterten schon eine sehr hohe Durchdringung. Ob sie durch die Inhalte wirklich so viele neue Abos kriegen, um den Kauf zu rechtfertigen, ist nicht offensichtlich.

Wie teuer ist der Deal? Selbst wenn man die ambitionierten 3 Mrd. $ einspart, die Netflix durch Synergien an Kosten sparen will, entspricht der Kaufpreis dem 14-fachen vom EBITDA. Disney oder Paramount liegen eher bei 10.

Was spricht dann für den Deal?

Netflix nimmt für den Deal 50 Mrd. $ an Schulden auf. Aktionäre werden also nicht stark verwässert.

Man kann die Frage stellen, ob Netflix inklusive Warner Brothers und den ganzen Marken 20% wertvoller ist als ohne. Wenn man auf den Börsenwert schaut, hat Netflix nämlich nur 20% vom eigenen Börsenwert für die Übernahme investiert – das wirkt dann nicht mehr so teuer.

Wenn KI die Filmproduktion in den kommenden Jahren viel effizienter macht, könnte der Wert von Warner Bros. Filmrechten massiv steigen, weil sie viel profitabler werden. Das könnte den Deal zum No-Brainer machen. Aber das muss eben erstmal passieren.

Was sagen die Kartellbehörden?

Netflix ist klarer Marktführer. Das Geschäftsmodell besteht aus exklusiven Inhalten, die Nutzer dazu drängen, ein Abo abzuschließen. Wegen der exklusiven Inhalte wollen Nutzer nicht wechseln, selbst wenn Netflix die Preise anzieht.

Durch die Übernahme kriegt Netflix mehr exklusive Inhalte, mehr Nutzer und kauft einen der wichtigsten Konkurrenten vom Markt. Dazu haben sie die letzten Jahre eine hohe Bereitschaft gezeigt, Preise anzuheben. Auf Deutsch: Das dürften die Kartellbehörden nicht gut finden.

Dazu kommt: David Ellison wollte Warner Bros. auch kaufen. Sein Vater ist eng mit Trump.

Trotzdem: Netflix scheint sehr sicher zu sein, dass sie den Deal durchkriegen. Sie haben einer 5,8 Mrd. $ Breakup-Fee zugestimmt. So viel müssen sie also Warner Bros. zahlen, falls das Ganze nix wird.

Was könnte helfen? Netflix wird argumentieren, dass zu Streaming auch YouTube und Co. gehören - dann ist die Marktstellung nicht so dominant. Sie werden argumentieren, dass die 75% der gemeinsamen Nutzer jetzt sofort einen günstigeren Preis kriegen.