
Hokas Bewertungs-Check
Deckers Outdoor hat in den letzten zwölf Monaten 25% an Börsenwert verloren. Die 13 Mrd. $ Marktkapitalisierung entsprechen nur noch einem KGV von 13. Vor einem Jahr lag das noch bei 20, davor über 30.
Der Grund: Das Wachstum bei Hoka flacht ab. Bis Ende 2024 ist die Marke immer um die 30% gewachsen, jetzt waren's schon vier Quartale in Folge unter 20%. Gleichzeitig schwächelt UGGs, die Winterschuhmarke macht aber immer noch rund die Hälfte vom Umsatz aus.
Spannend wird's, wenn man die Bewertung aufdröselt:
•UGGs als Modeschuh-Business: Rund 500 Mio. $ vom Konzerngewinn (ca. 1 Mrd. $) entfallen auf UGGs. Ein KGV von 10 dafür ist nachvollziehbar, weil Modeschuhe eben keine wiederkehrenden Umsätze wie Laufschuhe liefern.
•Hoka als Lauf-Asset: Die restlichen 8 Mrd. $ Bewertung ergeben ein KGV von 16 für Hoka. Warren Buffett findet das Laufschuh-Business ja genau deshalb spannend: Aktive Läufer brauchen zwei bis drei Mal pro Jahr neue Schuhe und kaufen oft das gleiche Modell. Das sind stabile, wiederkehrende Umsätze.
•Operative Fehler: Die Volatilität kam auch daher, dass Hoka zu viele Produkt-Launches aneinander geknallt hat. Das soll sich nicht wiederholen.
•Wettbewerbsdruck: Brooks ist letztes Jahr 16% gewachsen, New Balance sogar 19%. Wenn dann noch Nike ein Comeback feiert, wird's für Hoka eng.
Pendelt sich Hoka bei 15 bis 20% Wachstum ein, wäre noch Luft nach oben. Aber die aktuelle Bewertung spiegelt genau diese Skepsis wider. Eher pessimistisch eingepreist, aber auch nicht total unnachvollziehbar.