Hershey will Salz

Hershey will Salz

OAWS Redaktion02. März 2026

2011 hat der Wall-Street-Trader Charles Coristine nach fast zwei Jahrzehnten bei Morgan Stanley gekündigt und für 350.000 $ die Bio-Snackmarke Lesser Evil gekauft. Weniger als 1 Mio. $ Umsatz, null Erfahrung in der Branche. Knapp zwölf Jahre später: über 100 Mio. $ Umsatz und ein Exit an Hershey für 750 Mio. $.

Für Hershey ist das Teil einer größeren Wette. Der 132 Jahre alte Schokoladenkonzern baut seine salzige Seite systematisch aus:

4 Mrd. $ für Salz-Deals: Seit 2017 hat Hershey vier Marken im Bereich salzige Snacks übernommen. Der Salz-Umsatz in Nordamerika ist knapp fünfmal so schnell gewachsen wie das Süßigkeitengeschäft.

Die Nischenstrategie: Klassische Kartoffelchips meidet Hershey bewusst, da sind zu viele große Player. Stattdessen setzt man auf Nischen und nutzt die eigene Vertriebspower. Die Brezelmarke Dot's Pretzels hat seit der Übernahme vor vier Jahren ihren Marktanteil auf 22% mehr als verdoppelt.

Das Ziel: Salzige Produkte sollen von aktuell über 10% auf 20% vom fast 12 Mrd. $ Umsatz wachsen. Das senkt gleichzeitig das Klumpenrisiko beim schwankenden Kakaopreis.

Mit einem Börsenwert von 46 Mrd. $ kommt Hershey auf ein erwartetes KGV von 27, über dem Zehn-Jahres-Schnitt von 22. Das liegt aber auch daran, dass die Margen durch hohe Kakaopreise noch unter Druck sind. 2023 lag die Nettogewinnmarge bei 17%. Wenn die Sparmaßnahmen greifen und die Rohstoffpreise sich normalisieren, könnte Hershey beim aktuellen Umsatz auf rund 2 Mrd. $ Nachsteuergewinn kommen. Das wäre ein KGV von 24.