
Griechisches Anduril
Nachtsichtgeräte gibt's seit dem Zweiten Weltkrieg, trotzdem hat eine 1997 in Griechenland gegründete Firma über 50% Marktanteil bei Militär-Nachtsichtgeräten in Europa.
Theon International hat den Umsatz von 40 Mio. € (2019) auf 440 Mio. € (2025) mehr als verzehnfacht. Im Dezember kam der größte Auftrag eines europäischen NATO-Mitglieds für Nachtsichtgeräte ever: 1 Mrd. € für rund 100.000 Geräte, hauptsächlich für die Bundeswehr.
Der Markt ist noch lange nicht gesättigt. In den USA hat jeder Soldat ein Gerät, in Europa sind‘s grade mal 30%.
Was muss man zu Theon wissen?
•Gesicherte Lieferkette: Rund 60% der Herstellungskosten entfallen auf Bildverstärkerröhren. Weltweit gibt es nur ca. fünf Hersteller, die zuverlässig Militärqualität liefern. Zwei sind US-amerikanisch (exportieren kaum), einer chinesisch (für NATO irrelevant). Von den verbleibenden zwei hält Theon an einem 60% (Harder Digital) und am anderen 10% (Exosens). Das sichert Preise und Versorgung ab.
•Disruption: Das US-Startup Anduril entwickelt digitale Mixed-Reality-Headsets, die nicht nur Nachtsicht können, sondern per KI eigenständig Feinde markieren und verfolgen. Noch ein Prototyp, aber der Gründer Palmer Luckey hat vorher Oculus VR gebaut.
•Klumpenrisiko: 2024 kamen über 50% vom Umsatz von nur drei Kunden. In der Rüstungsbranche nicht untypisch, aber ein Risiko.
Zur Bewertung: Theon kommt auf ein erwartetes KGV von 20 bei 2,5 Mrd. € Börsenwert. Der Auftragsbestand liegt bei rund 2,5 Mrd. €. Wenn man annimmt, dass keine neuen Aufträge reinkommen und Theon nur den Bestand über drei Jahre abarbeitet, wächst der Umsatz im Schnitt um 30% pro Jahr.
Der Gründer und CEO hält knapp 70% der Aktien, zahlt sich kein Gehalt aus und lebt von der Dividende (ca. 30% Ausschüttungsquote).