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GMs goldenes Halbjahr

OAWS Redaktion27. Juli 20262 Min

Höchster Gewinn pro Aktie in der Firmengeschichte. Das hat General Motors im ersten Halbjahr hingelegt, während VW schwächelt. Im zweiten Quartal hat GM knapp 48 Mrd. $ umgesetzt und einen überraschend hohen Gewinn gemacht. Und das, obwohl darin Milliarden an Restrukturierungskosten fürs E-Auto-Geschäft stecken und GM weniger Autos verkauft hat als im Vorjahr.

Drei Gründe erklären den Widerspruch:

Preisdisziplin: GM hält die Lagerbestände bewusst knapp. Der Bestand der Autohäuser reicht für gut 50 Tage, im Branchenschnitt sind‘s 80. Weniger Autos auf dem Hof heißt weniger Rabatte. Die Rabattquote liegt unter 5%, die Branche zahlt im Schnitt über 6%. Besonders stark ist GM da, wo die Margen hoch sind: Bei großen Pick-ups hält der Konzern über 40% Marktanteil (zehn Punkte vor Ford), bei großen SUVs ist GM seit 51 Jahren in Folge Marktführer.

E-Auto-Verluste schrumpfen: Die Restrukturierung ist fast abgeschlossen, insgesamt hat GM 11 Mrd. $ abgeschrieben. Fürs laufende Jahr rechnet der Konzern damit, dass sich das E-Auto-Ergebnis um 1,5 Mrd. $ verbessert, weil Batteriekosten sinken und weniger produziert wird.

Software-Abos als neuer Hebel: GM verkauft mittlerweile Abos. Der Konnektivitätsdienst OnStar hat schon 12 Mio. Abonnenten, dazu kommt Super Cruise (freihändiges Fahren auf der Autobahn) für rund 40 $ im Monat. Rund 6 Mrd. $ Umsatz sind damit schon vertraglich gesichert, ein Plus von 50%. Die Marge der Software ist dabei deutlich höher als beim Autoverkauf.

Fairerweise: Super Cruise ist drei Jahre im Autopreis enthalten, danach verlängern nur 30 bis 40% der Kunden. Und das Business ist noch klein (400 Mio. $ erwarteter Umsatz bei fast 190 Mrd. $ Konzernumsatz). Auf dem Schirm haben sollte man es trotzdem.

Die Aktie hat auf Sicht von einem Jahr 60% gewonnen. Der Börsenwert von 70 Mrd. $ entspricht aber nur dem 6-fachen des erwarteten Gewinns. Der Zehn-Jahres-Schnitt liegt bei 7. Dazu gibt's knapp 1% Dividendenrendite und vor allem aggressive Aktienrückkäufe: Seit 2023 hat GM die Aktienzahl um knapp 35% reduziert. Das ist auch ein Hauptgrund für den Rekordgewinn pro Aktie. Dafür hilft nämlich nicht nur ein hoher Gesamtgewinn, sondern auch weniger eigene Aktien.