
Gap-Comeback?
Die Story der US-Modelabel-Aktien Gap, American Eagle, und Abercrombie & Fitch hat in den 2000ern fast immer den gleichen Plot: Mega-Hype, Mega-Wachstum, Mega-Absturz. Während viele dieser Konzerne seit Jahren ihr Image wieder aufpolieren, scheint bei Gap der größte Wandel abzulaufen und der 8,5 Mrd. $ schwere Konzern mit den Marken Old Navy, Banana Republic, Athleta könnte damit erfolgreich sein.
Gap hat sich vom "Retail Zombie" zum vielleicht spannendsten Turnaround im Fashion-Business entwickelt. Das ist kein Zufall, sondern liegt an einem sehr konkreten Plan von CEO Richard Dixon. Der hat übrigens bei Mattel auch das Image von Barbie wieder auf Vordermann gebracht. Seit seinem Start bei Gap im August 2023 ist tatsächlich jedes Quartal besser gelaufen als das davor.
Letzte Woche gab’s die Zahlen, und die sprechen eine klare Sprache:
•Siebtes Quartal in Folge mit positiven Same-Store-Sales. Die Marke hat das stärkste Momentum seit 2018.
•Die Jeans sind im landesweiten Denim-Ranking wieder auf Platz 6 geklettert und ist damit zwei Plätze besser als 2023. Dank geht raus an Neu-Designer Zach Posen.
Der eigentliche Game-Changer könnte aber der Ausflug in den Beauty-Sektor sein. Gap testet seit Sommer eine neue Linie mit Düften, Körperpflege und Skincare-Basics. Warum?
•Der 150 Mrd. $ schwere US-Beauty-Markt wächst schneller als der Mode-Sektor.
•Dazu gibt's deutlich höhere Margen und eine einfache Möglichkeit, den Warenkorb der Kunden zu steigern.
•Das Ganze soll 2026 in über 2.500 Läden ausgerollt werden.
Die einzige Krux an der Sache: Die Marke Athleta schwächelt noch. Ansonsten sieht’s finanziell solide aus: 2,5 Mrd. $ Cash auf der hohen Kante, weniger Rabatte, weniger Kosten. Der Jahresausblick ist mit den Zahlen sogar leicht angehoben worden.