
Französisches Asana
Das französische Projektmanagement-Softwarehaus Planisware ist seit kurzem börsennotiert. Ausschlaggebend für den IPO war nicht Geldnot, sondern dass die Firma sich dadurch eine bessere Reputation erhofft. Vor allem bei großen Kunden, die die Zielgruppe sind. 50% der Kunden geben jedes Jahr über 300.000 € bei Planisware aus.
Aber was unterscheidet die Franzosen von Asana, Monday und Co.? Planisware hat eine Projektmanagement-Software für Konzerne mit hunderten Forschungsprojekten. Beispiel: Ein Pharma-Riese entwickelt zehn neue Medikamente parallel – Planisware liefert dafür die zentrale Steuerungssoftware für Budgets, Mitarbeiter und Fortschritt. Planisware ist so gesehen eher das Projektmanagement-Tool auf Management-Ebene. Monday.com und Asana fokussieren sich eher auf die operative Umsetzung kleinerer Projekte.
Dieser Business-Case ist aus mehreren Gründen interessant:
•Tiefe Integration: Ein Rollout dauert Monate, ähnlich wie bei SAP, weil Planisware sehr viele unternehmensübergreifende Daten braucht. Wer einmal drin ist, bleibt – die Abwanderungsrate von Kunden liegt historisch bei nur 2%.
•Starkes Upselling: Kunden wachsen oft jahrelang in die Software rein, weil sie immer mehr Projekte reinziehen. Net Revenue Retention: rund 120%.
•Hohe Profitabilität: Hohe EBITDA-Marge, starke Cashflows, solide Bilanz.
Trotzdem hat die Firma zuletzt geschwächelt: Die Guidance fürs laufende Jahr wurde von 20% Wachstum auf 10% gesenkt. Grund ist, dass die aktuelle wirtschaftliche Unsicherheit Vertragsabschlüsse verzögert. Langfristig sieht das Team aber wieder 15 bis 20% Wachstum.
Die Bewertung von 1 Mrd. € entspricht etwa dem 15-fachen EBITDA. Für einen SaaS-Player mit stabilem Cashflow wirkt das eher günstig. Aber: Planisware muss beweisen, dass die aktuelle Schwäche kein nachhaltiges Problem ist.