
Finnlands Discounter-Juwel
Mit über 10% hat Finnland die höchste Arbeitslosenquote der gesamten EU. Die Firmen, die in dem Umfeld trotzdem wachsen, können sich vor Bewerbern kaum retten. Bei der Discounter-Heimwerkerkette Puuilo gab's letzten Sommer auf 200 Ferienjobs 21.000 Bewerber.
Puuilo verkauft alles rund um Haus und Garten, aber bewusst keine klassischen Baustoffe wie Holz oder Zement (schwer zu transportieren, margenschwach) und keine Kleidung (hoher Wettbewerb, Personalbedarf). Die Läden sind komplett auf Selbstbedienung ausgelegt.
•Starke Margen: Während der größte Wettbewerber Tokmanni auf 7% operative Marge kommt, liegt Puuilo bei 17%. Tendenz steigend. Der Eigenmarkenanteil ist von 16% (2020) auf knapp 25% gewachsen.
•Solides Wachstum: In den letzten 7 Jahren ist der Umsatz mit im Schnitt 18% pro Jahr auf fast 450 Mio. € gestiegen. Der Marktanteil hat sich seit 2019 auf 12% verdoppelt.
•Schneller Payback: Eine neue Filiale kostet unter 2 Mio. € (Immobilien werden geleast), ist nach weniger als zwei Monaten profitabel und hat das Invest nach unter zwei Jahren drin.
•Der Plan: Von aktuell knapp 60 Filialen auf über 100 bis 2030. Die 40 neuen Stores sollten im Schnitt je 8 Mio. € Umsatz und rund 1,5 Mio. € operativen Gewinn liefern.
Die Börse hat das Modell schon gesehen: 140% Rendite in drei Jahren, der Börsenwert von 1,5 Mrd. € entspricht einem KGV von 25. Rechnet man aber die Expansion durch, könnte der Nettogewinn bis 2030 auf rund 100 Mio. € steigen, das wäre dann nur noch ein KGV von 15. Und da ist noch kein Wachstum in den bestehenden Läden eingerechnet.
Ungewöhnlich für so eine Wachstumsfirma: Puuilo schüttet den Großteil des Gewinns aus und kommt trotz der hohen Bewertung auf über 3% Dividendenrendite.