
Ferrari im Rückwärtsgang
Die Ferrari-Aktie ist gestern um 15% abgestürzt, und damit so stark wie noch nie seit dem IPO im Jahr 2016. Der Grund: Auf dem Capital Markets Day hat der Sportwagenhersteller aus Maranello bei den Mittelfristzielen enttäuscht und seine Elektroziele deutlich gekürzt.
Die Details:
•E-Auto-Ziele halbiert: Ferrari hat seine Elektro-Pläne bis 2030 auf 20% der Modelle gesenkt. 40% sollen künftig Hybride sein, 40% reine Verbrenner. Die Begründung: Ferrari will das Fahrerlebnis bewahren und den Wandel kontrolliert gestalten.
•Wachstum enttäuscht: Auch bei den Finanzen gab’s einen Dämpfer. Der Umsatz soll bis 2030 nur auf 9 Mrd. € steigen, was einem jährlichen Wachstum von grade mal 6% entspricht. Analysten haben da mit mehr gerechnet. Da hat auch die leichte Anhebung der diesjährigen Umsatz- und Gewinnprognosen nicht geholfen.
•Das Luxus-Segment wackelt: Die Krise im Luxus-Segment, besonders in China, macht auch Ferrari zu schaffen. Zwar hat die Personalisierung von Autos als Wachstumstreiber an Bedeutung gewonnen und macht jetzt 20% vom Umsatz aus, aber das allein reicht scheinbar nicht ganz.
Denn Ferrari wird mit einem KGV von rund 40 gehandelt. Für einen Autohersteller ist das eine Hausnummer. Das zahlen Investoren, weil Ferrari deutlich profitabler und stabiler ist als die Konkurrenz. Dafür verlangen sie aber auch Wachstum.