Eurokais Hafen-Monopoly

Eurokais Hafen-Monopoly

OAWS Redaktion9. März 2026

Containerschiffe profitieren immer wieder von Krisen. Während Corona hat Maersk 2021 und 2022 mehr Gewinn gemacht als Moderna und BioNTech zusammen. Jetzt könnte der Iran-Konflikt die Frachtraten wieder treiben. Das Problem: Das Containergeschäft ist sehr zyklisch. Hohe Gewinne führen zu Investitionen in neue Schiffe, mehr Kapazität drückt die Preise, Gewinne brechen ein.

Es gibt aber ein Geschäftsmodell, das stabiler ist: den Hafen betreiben. Genau das macht die Hamburger Familie Eckelmann seit 1961 mit Eurokai.

Breit aufgestellt: Hamburg macht nur 15% der Kapazität aus. 35% kommen aus Bremerhaven, dazu Wilhelmshaven, drei Häfen in Italien, Marokko, Zypern. Dieses Jahr ist ein neues Terminal in Ägypten gestartet.

Tiefwasser-Vorteil: Wilhelmshaven ist das einzige Terminal in Deutschland, bei dem die größten Containerschiffe der Welt vollbeladen anlaufen können. Der Umschlag dort ist zwei Jahre in Folge über 50% gestiegen, letztes Jahr hat er sich fast verdoppelt.

Starke Partner: Hapag-Lloyd hält 30% am Wilhelmshaven-Terminal. In Hamburg hat CMA-CGM sich 20% am Terminal gekauft. Die Großen investieren also aktiv in Eurokais Infrastruktur.

Krisengewinner: Als die Krise im Roten Meer losgegangen ist, hat Eurokai profitiert, weil andere Häfen sich nicht schnell genug an geänderte Routen anpassen konnten. Dazu verdient Eurokai an der Containerlagerung, die in Krisenzeiten zunimmt.

Solide Bilanz: Mehr Cash als Schulden, KGV von 10, über 3% Dividendenrendite. Die Familie hält die Mehrheit und kontrolliert fast alle Stimmrechte.

Die Aktie hat sich in den letzten zwölf Monaten schon fast verdoppelt. Das Business bleibt zyklisch, eine längere Wirtschaftskrise mit weniger Containerumschlag würde schaden. Und mit MSC, Maersk und Co. gibt's nur wenige, sehr mächtige Kunden. Das ist gut, wenn sie sich um deinen Hafen streiten. Nicht gut, wenn sie sich auf andere fokussieren.